Von Wichteln und Elchen
Weihnachtlicher Hörspaß

Das Warten auf Weihnachten wird mit einem schönen Adventskalender versüßt. Bild: TEDi/Shutterstock, racorn
 
"Gans & Elch & Weihnachtsmann" bietet Weihnachtsgeschichten für die ganze Familie. Bild: Hörbuch Hamburg
 
In "Die wunderbare Weihnachtreise und ein wunderbarer Weihnachtswunsch" macht sich das kleine Mädchen Anja auf die Suche nach dem Weihnachtsmann. Bild: Jumbo Verlag

Eine Weihnachtsmann-Expedition in den hohen Norden, Wunschchaos in der Wichtelwerkstatt, ein Kind zwischen den Fronten verfeindeter Tierkönigreiche oder ein magischer Zirkus: Der Winter kann kommen - mit den neuen Kinderhörbüchern.

Berlin. Lebkuchen, Spekulatius und Marzipan in den Supermärkten sind untrügliche Zeichen: Die Adventszeit bricht an - und damit ist dann auch Weihnachten nicht mehr weit. Nichts passt besser in die kurzen, dunklen und besinnlichen Tage als Geschichten, etwa in Gestalt von Hörbüchern, die Kinder und Jugendliche fesseln.

An Kinder zwischen vier und sechs Jahren richtet sich "Die wunderbare Weihnachtreise und ein wunderbarer Weihnachtswunsch" von Lori Evert. In den Geschichten geht es um das kleine Mädchen Anja, das im hohen Norden lebt. Sie hat nur einen Wunsch: Den Weihnachtsmann sehen. So bereitet sie alles vor und macht sich auf den Weg.

Unterwegs trifft sie auf die unterschiedlichsten Tiere. Sie alle helfen ihr auf ihrem Weg zum Weihnachtsmann. Die von Schauspielerin Julia Nachtmann gelesene Geschichte lässt mit ihrem offenen Ende viel Raum für Fantasie (Jumbo Verlag/13 Euro).

"Weihnachtszauber im Wichtelland" ist eine ebenso spannende wie lustige Geschichte für Kinder ab fünf Jahren. Die Handlung: Ratzepüh ist ein ganz besonderer Wichtel. Er kann in die Träume der Kinder einsteigen und herausfinden, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Die Wünsche werden in der Wichtelwerkstatt in eine Seifenblase gepackt, bevor sie an den Weihnachtsmann gehen. Doch dann schlägt Wichtel Wachmütz, der Hüter der Wünschekammer, Alarm: Alle Seifenblasen mit den Wünschen der Kinder sind verschwunden.

Jetzt muss schnell etwas passieren, denn es ist schon kurz vor Weihnachten und wenn die Kinder noch Geschenke bekommen sollen, müssen die Wünsche schleunigst wieder auftauchen. Denn sonst hat der Weihnachtsmann ein Problem. Die Geschichte erzählt Schauspieler Tommi Piper in 24 Kapiteln, so dass man sie auch als klingenden Adventskalender hören kann (Random House Audio/10 Euro).

Kinder ab zehn Jahren führt die Geschichte "Animox: Das Heulen der Wölfe" in eine besondere Tierwelt. Der zwölfjährige Simon lebt mit seinem Onkel in New York. Eigentlich ist er ein ganz normaler Junge, wenn da nicht seine Fähigkeit wäre, sich mit Tieren zu unterhalten. Deswegen hat er immer wieder Ärger mit seinen Mitschülern, die ihn für verrückt halten. Als er eines Tages von einem Adler gewarnt wird, dass sein Leben in Gefahr ist, und er kurz darauf von Ratten angegriffen wird, steht alles Kopf.

Simons Leben gerät aus dem Fugen, als er erfährt, dass er und seine Familie Animoxe sind - Menschen, die sich in Tiere verwandeln können. Doch damit nicht genug. Er gerät auch noch zwischen die Fronten verfeindeter Tierkönigreiche. Es dauert eine Weile, bis in dem spannenden Hörbuch (Oetinger Audio/15 Euro) klar wird, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört.

Fantasie ist auch bei "Zirkus Mirandus" (Hoercompany/13 Euro) Trumpf: Micah lebt bei seinem Großvater und liebt es, wenn dieser vom magischen Zirkus Mirandus erzählt, den er als Kind besucht und wo er den Lichtkrümmer kennengelernt hat.

Dieser hatte dem Großvater einst ein Wunder versprochen, dass er ihm bis heute schuldig ist. Als sein Großvater krank wird, und es ihm immer schlechter geht, zieht seine mies gelaunte Tante Gertrudis bei ihnen ein. Sie unterbindet es, dass sich Micah und sein Großvater weiter über Mirandus unterhalten. Sie hat Angst, dass es zu aufregend und anstrengend für den Großvater ist. Also versucht Micah mit seiner neuen Freundin Jenny schließlich auf eigene Faust, etwas über den Zirkus herauszubekommen.

Hörgeschichten für die ganze Familie sind unter dem Titel "Gans & Elch & Weihnachtsmann" erschienen (Hörbuch Hamburg/18 Euro). Zu dem Paket gehören Geschichten wie "Die Weihnachtsgans Auguste" von Friedrich Wolf, "Der Weihnachtspapagei" von James Krüss, "Die Flucht nach Ägypten" von Wolfdietrich Schnurre oder "Die Schneekönigin" von Hans Christian Andersen.

Besonders lustig ist die Geschichte "Es ist ein Elch entsprungen" von Andreas Steinhöfel, bei der ein ausgewachsener Elch in das Hausdach einer Familie kracht.

Mainz. Kleinkinder entdecken gerne neue Dinge. Das gilt auch für bunte Kinderbücher. Diese Neugier sollten Eltern nutzen. Denn sie fördern damit nicht nur die Sprachentwicklung ihrer Kleinen.

Auch wenn kleine Kinder erst wenige Wörter verstehen: Eltern sollten so früh wie möglich gemeinsam mit ihnen Kinderbücher anschauen. Das rät Simone Ehmig von der Stiftung Lesen. Dabei gehe es weniger ums Vorlesen, sondern darum, ein Buch zu entdecken. Eltern können beschreiben, was auf Abbildungen zu sehen ist oder auf was ihr Kind gerade zeigt. Das fördert die kindliche Sprachentwicklung, da die Kleinen die gesagten Worte mit den gezeigten Bildern verknüpfen.

Fließender Übergang


Der Übergang vom Betrachten und Beschreiben der Bilder zum Erzählen und Vorlesen sei fließend, sagt Ehmig. Eltern sollten das nicht erzwingen: Will das Kind nicht zuhören, sondern zur nächsten Seite blättern, sollten Erwachsene nicht genervt reagieren. Irgendwann klappe es mit dem Vorlesen von selbst.

Auch ganz profane Dinge lernen die Kleinen beim Bücher betrachten: Wie sie die Buchseiten umblättern können und wie herum Bücher gehalten werden. "Das geht alles spielerisch und unkompliziert."

Je früher Kinder mit Büchern in Berührung kommen, desto eher werden sie zu einem festen Bestandteil ihrer Welt. "Sie lernen, dass man darin Sachen entdecken kann", erläutert Ehmig, die das Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung leitet. Dazu gehören auch Dinge, die sie in ihrer Lebenswelt sonst nicht zu sehen bekommen, zum Beispiel exotische Tiere oder Räuber.

Größere Chancen


Insgesamt steigen so die Chancen, dass der Nachwuchs später nicht nur vor dem Computer oder am Smartphone hängt, sondern auch einmal ein Buch oder eine Zeitschrift liest.

Berlin. In fast jedem Kinderzimmer hängt einer. Doch auch Erwachsene würden sich über einen Adventskalender freuen. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage würde gerne mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) einen Kalender geschenkt bekommen. Am höchsten im Kurs stehen dabei selbst gemachte Kalender (84 Prozent).

Nur jeder Fünfte (22 Prozent) ist dagegen bereit, sich selbst einen zu kaufen. Fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer (74 Prozent) verbinden mit einem Adventskalender vor allem schöne Kindheitserinnerungen.

Im Auftrag des Fotoanbieters Cewe befragte Forsa zwischen dem 1. und 3. November 2016 rund 1000 Personen ab 18 Jahren.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weihnachten (384)Hörbuch (8)Kind und Familie (5)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.