Vorsicht beim Online-Spiel
Pädokriminelle suchen Opfer

Berlin. (epd) Das Bundeskriminalamt warnt vor zunehmenden Aktivitäten von Pädokriminellen in sozialen Netzwerken und bei Onlinespielen. Kinder und Jugendliche würden kontaktiert, um sie sexuell zu bedrängen oder gar zu missbrauchen, berichtete die "Welt am Sonntag". Das Phänomen wird als "Cyber Grooming" bezeichnet.

"Das BKA geht beim Phänomen des Cyber Grooming von einer steigenden Tendenz aus, die alleine schon aufgrund der steigenden Nutzerzahlen bei den Sozialen Medien entstehen dürfte", sagte eine BKA-Sprecherin der Zeitung. Begünstigt werde dies durch allgegenwärtigen Zugang zu sozialen Medien, kostengünstige Hardware, aber auch preiswerte Internettarife und den Ausbau von Hotspots, hieß es weiter. Gerade die bei Kindern und Jugendlichen beliebten Onlinespiele böten Anknüpfungsmöglichkeiten für einen "Erstkontakt zwischen Täter und Opfer", so die Wiesbadener Behörde. In Düsseldorf und Gera seien bereits Kinder so in die Fänge von Pädosexuellen geraten.

Es sei von einem hohen Dunkelfeld in diesem Bereich auszugehen: "Aus diesem Grund ist die Ausbildung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei den Eltern, Erziehungsberechtigten oder sonstigen Bezugspersonen zur Sensibilisierung vor Gefahren bei der Nutzung der Sozialen Medien von immer größerer Bedeutung."

Nina Lübbesmeyer vom Portal Jugendschutz.net warnte ebenfalls. "Onlinespiele wie Minecraft bergen wie beliebte Kommunikationsplattformen das Risiko sexueller Belästigung und des Groomings", sagte Lübbesmeyer der "Welt am Sonntag". Pädokriminelle könnten dort "leicht an die Lebenswelt von Kindern anknüpfen". Nach ersten Kontaktaufnahmen, "versuchen Täter oftmals, im zweiten Schritt eine private Kontaktmöglichkeit zu den Minderjährigen zu schaffen".
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