Was für ein Theater!

Zwei Dinge sind für dieses Theater besonders wichtig: Licht und Schatten. Mit diesen beiden Dingen können Theatermacher tolle Geschichten erzählen.

"Ohne das hier geht es auf keinen Fall", sagt Elke Siegburg. Sie geht zum Lichtschalter - und klack. Das Licht ist aus, der Raum ist fast komplett dunkel. "Und ohne das hier geht es auch nicht", sagt die Theater-Frau. Sie macht ein paar Schritte zurück und verschwindet hinter einer aufgestellten Wand. Es macht wieder klack - und hinter der Wand geht eine kleine Lampe an.

Besondere Folie

Durch diese wird nun ein rechteckiges Fenster hell beleuchtet. "Das ist die Theaterbühne", ruft Elke Siegburg hinter der Wand hervor. Das kleine Fenster ist mit einer besonderen Folie bespannt. Einer sogenannten Opera-Folie. Die ist besonders stabil und glatt. Wenn das Licht darauf fällt, wird es gleichmäßig verteilt. Das ist wichtig, damit man die Schatten später auch gut erkennen kann.

Jetzt kann es losgehen. Tatsächlich - in dem hellen Fenster tauchen die Schatten auf: ein Mädchen, das mit dem Finger nach oben zeigt. Zwei Pferde, die aufsteigen und wild mit den Hufen schlagen. Dazu eine Menge Menschen. Sie alle warten auf den Kaiser. Denn der hat neue Kleider bekommen und er will sie nun seinen Untertanen zeigen.

In dem Stück wurde der Kaiser hereingelegt, von zwei Betrügern. Sie tun nur so, als würden sie dem Herrscher neue Klamotten schneidern. Der Kaiser will nicht zugeben, dass er die Sachen nicht sehen kann. Am Ende läuft er nackig durch die Straßen. Er ist davon überzeugt, die tollsten Kleider anzuhaben. Das Märchen heißt "Des Kaisers neue Kleider". Elke Siegburg führt es als Schatten-Theater auf.

Wenig Aufwand

"Schatten-Theater ist eine ganz besondere Form von Theater", sagt sie. Sie steht hinter der Wand an einem hohen Tisch und erklärt: Man braucht dafür nur Licht und Dunkelheit, eine Leinwand und die Figuren. "Und den Rest", sagt Elke Siegburg, "den erledigt die Fantasie."

In ihren Händen hält sie eine Art Stab. Er ist aus einem stabilen Draht geformt. Am vorderen Ende sind die Figuren festgemacht. Das sind gerade zwei Pferde, die über die Leinwand traben. Mit Hilfe des Stabes werden sie ganz leicht hin und her bewegt. Dabei leuchtet die Lampe die Figuren an. So werfen sie einen Schatten. Diesen sieht man auf der Leinwand.

"Man kann sich die Figuren ganz einfach selbst basteln", verrät die Puppenspielerin. Sie zeigt auf den Tisch vor sich, dort liegen schon die Figuren für die nächste Szene bereit. Die Profis basteln ihre Figuren mit Künstler-Karton. "Aber auch die Verpackung einer Tiefkühl-Pizza kann man dazu nehmen", sagt Elke Siegburg. Dann ist das Stück zu Ende. Klack - Licht aus.
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