Weihnachtsduft liegt in der Luft

Mmmh ... wie das duftet! Manche Gerüche erinnern sofort an Weihnachten. Was da so riecht, sind die Gewürze im Weihnachtsgebäck. Doch was sind das für Gewürze und wo kommen sie her? dpa-Nachrichten für Kinder stellen euch die wichtigsten Weihnachtsgewürze vor.

Kardamom, Piment oder Zimt - wenn es nach diesen Gewürzen duftet, kann es nicht mehr lange dauern: Weihnachten steht vor der Tür! Denn viele dieser Gewürze stecken im Weihnachtsgebäck:

Auch ein Gewürz mit einem lustigen Namen ist oft darin: Pimpinella anisum. Das ist aus der Sprache Latein. Auf Deutsch heißt es: Anis. Anis kommt zum Beispiel in Lebkuchen und Honigkuchen vor. Oder in Pfeffernüssen. Die Pflanze enthält ein besonderes Öl, es heißt Anethol. Es sorgt für den typischen Anis-Geschmack. Zum Backen werden aber die kleinen, braun-grünen Samen der Pflanze verwendet. Denn in ihnen ist besonders viel von dem Öl enthalten.

Anis ist ein sehr altes Gewürz. Es wurde schon vor mehreren Tausend Jahren verwendet. Die Griechen sollen früher zum Beispiel Brot damit gebacken haben. Die Römer aßen dagegen gern Kekse mit Anis.

Dieses Gewürz ist im Christstollen oder im Lebkuchen: Kardamom. Man findet es aber auch hin und wieder in Würsten. Kardamom wächst unter anderem in Indien. Das ist ein riesiges Land in Asien.

Manche Leute sind der Ansicht, Kardamom schmeckt nach Eukalyptus. Das Gewürz sind die Samenkörner der Pflanze. Die Pflanze wird etwa einen Meter hoch. Die Blüten sind blau-grün. Außen herum haben sie einen gelben Rand. Kardamom gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt. Es wird schon seit vielen Tausend Jahren benutzt.

Früher war sie so etwas wie ein kostbarer, duftender Schatz: die Nelke. Sie gehörte einmal zu den teuersten Gewürzen der Welt. Heute ist das anders - man findet sie fast in jedem Supermarkt.

Ursprünglich stammt das Gewürz von den Molukken. Das ist eine Insel-Gruppe, sie gehört heute zu dem Land Indonesien. Das liegt in Südostasien. Nelken sind die Blütenknospen des Gewürznelken-Baums. Würde man die Knospen nicht ernten, würden daraus schöne Blüten werden. Doch für das Gewürz werden die Nelken vorher gepflückt.

Solange sie am Baum hängen, haben Nelken eine rötliche Farbe. Doch du kennst Nelken wahrscheinlich nur so: schwarz-braun und verschrumpelt. Das kommt durch die Trocknung. Dabei verfärben die Nelken sich. Gute Nelken enthalten nach dem Trocknen noch duftendes Öl in ihrem Inneren. Nimmt man sie in die Finger, fühlen sie sich ein bisschen fettig an.

Die einen finden diesen Duft supergut. Die anderen einfach widerlich. Gemeint ist der Duft von Zimt. Das Gewürz gibt es entweder gemahlen oder als Stangen. Zimt ist nämlich keine Frucht und auch kein Samen. Es ist die getrocknete Rinde des Zimtbaumes!

Für das Gewürz verwendet man einen bestimmten Teil der Baumrinde. Es ist eine Schicht, die unter der äußeren Rinde liegt. Die Gewinnung dieses merkwürdigen Gewürzes ist ganz schön aufwendig: Die Rinde wird abgeschält und in Stücke zerlegt. Wenn sie trocknet, rollt sie sich zusammen. Zimtstangen sind etwa so dick wie die Finger eines Erwachsenen. Es gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt.

Sie haben einen ähnlichen Namen und schmecken auch fast gleich. Ansonsten haben sie aber nicht viel gemeinsam: Anis und Sternanis.

Sternanis kann man leicht erkennen. Das Gewürz sieht aus wie ein kleiner Stern. Der Stern hat meist acht Zacken. In jedem Zacken ist ein kleiner gold-brauner Samen. Sternanis wird oft auch Badian genannt. Das Wort stammt aus der lateinischen Sprache und heißt übersetzt: braun. Ursprünglich stammt das Gewürz aus Südostasien. In Ländern wie China wird es schon seit mehreren Tausend Jahren zum Kochen benutzt. Nach Europa kam das Gewürz wohl vor mehr als 400 Jahren.

Dieses Gewürz ist eine Art Alleskönner: Es riecht ein bisschen nach Pfeffer und ein bisschen nach Nelken. Es riecht aber auch nach Muskatnuss und ein bisschen nach Zimt. Dieses merkwürdige Gewürz trägt den Namen Piment.

Man nennt es aber auch Nelkenpfeffer. In Großbritannien sagt man dazu auch Allspice. Das heißt übersetzt so viel wie Alles-Gewürz. Denn Piment riecht nach allem Möglichen und man kann damit alles Mögliche pfeffern. Wie zum Beispiel Weihnachtsgebäck.

Piment stammt von einem Baum. Er wächst vor allem auf der Insel Jamaika. Die Insel liegt in der Karibik. Die kleinen Beeren werden immer unreif geerntet. Denn nur dann enthalten sie noch ihr besonderes Öl und duften. Sobald sie reif sind, verschwindet das Öl und damit auch der Duft.

Die Bäume können 15 Meter hoch werden - und bis zu 100 Jahre alt. Die Früchte sehen aus wie Pfirsiche. Hast du schon erraten, um welches Gewürz es geht? Das ist ganz schön knifflig. Denn das Gewürz kennen wir normalerweise so: als kleine schrumpelige braune Kugel. Die Rede ist von der Muskatnuss. Sie ist der Samen des Muskatbaums. Damit werden zum Beispiel Lebkuchen gewürzt.

Auch die Muskatnuss kommt ursprünglich von den Molukken. Vor vielen Hundert Jahren machten sich Seefahrer aus Europa zu den Inseln auf. Gewürze waren damals eine Art kostbarer Schatz. Man konnte damit einen Haufen Geld verdienen. (dpa)
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