Weitere Ausgabe aus der Serie "Heimat Eschenbach" ist erschienen
Neues aus der Stadtgeschichte

Eschenbach. (rn) Der 36. Jahrgang der heimatgeschicht- lichen Serie "Heimat Eschenbach" liegt auf. 116 Seiten Text- und Bildbeiträge garantieren abwechslungsreiches Lesevergnügen. Das Titelblatt ziert ein Aquarell mit der Pieta am Eschenbacher Schloss von Jean Claude Sauvage.

In zwei Aufsätzen geht Albert Furtner der Geschichte der Stadtmühle und der Eschenbacher Mühle nach. Die erste Erwähnung der Stadtmühle fand er in einem Lehensbrief des Pfalzgrafen Johann aus dem Jahr 1433. Ab 1570 wird die Stadt Eschenbach als Eigentümerin geführt. Dass die Mühle ab 1600 zwei Funktionen hatte, begründet Furtner mit der Angabe der Todesursache, "durch die Seeg erstossen", des Mühlinspektors im Sterbematrikel. Lückenlos verfolgt er die Spur der Pächter bis zum Jahr 1803. Dabei befasst er sich mit Wassermangel, Mühlbeschauen, Mahl- und Pachtvorgaben und Streitfällen mit der Stadt.

Die Geschichte der Eschenbacher Mühle verfolgt er ab dem Jahr 1441. Als "Nidern Mül" wird sie bereits im "Böhmischen Salbüchlein Kaiser Karls IV. über die Nördliche Oberpfalz 1366/68" geführt. Der Leser erfährt unter anderem vom Verweis wegen "yblem mahlens", von Zurückhalten von Wasser, Bestrafung wegen Unsauberkeit, Familien- und sozialen Verhältnissen und Mühlbeschauen wie im März 1616, bei der von den 20 vorgefunden Gänsen nur 16 erlaubt waren.

Hans Ott beschäftigte sich mit den Folgen der Schlacht am Weißen Berg bei Prag im Jahr 1620. Die Oberpfalz wurde ein Jahr später von bayerischen Truppen besetzt und 1628 ein Teil Altbayerns. Der Wechsel zum Katholizismus wurde Pflicht und die Regierungsstellen meistens mit Leuten aus Ober- und Niederbayern besetzt.

Auf 19 Seiten befasst sich Ott mit Grundlagen der Landesherrlichen Verwaltung auf unterer Ebene durch Landpfleger (1625 bis 1810), insbesondere für Eschenbach und Umgebung. Er berichtet von renitenten Eschenbachern, die nicht katholisch werden wollten, vom "wohl ganz ruinierten Land" (1634), das keine Landsteuer mehr abführt, und von französischen Raubkriegen 1667 bis 1697. Ott beschreibt auch die soziale Lage in Eschenbach um das Jahr 1780. Er kommt zum Schluss: "Die Stadtgemeinde wirtschaftete mit Tricks, um den Bankrott zu verschleiern. In den Pfarr-Rechnungen herrschte das Chaos."

In einem längeren Kalendarium listen Furtner und Ott "Wetterkapriolen durch die Jahrhunderte" auf. Sie beginnen mit der klimatischen Katastrophe 536 und enden 1966, als ein Sturm das Dach des Gymnasiums beschädigte. 1135, 1158, 1171 und 1681 waren die "Sommer so heiß, dass viele Wälder ausbrannten und viele Bäche austrockneten".

Mit vielen begleitenden Kommentaren gehen die beiden Heimatforscher den Gründen der "Auswanderer aus Eschenbach und Umgebung" über einen Zeitraum von sechs Jahrhunderten nach. Für Oberpfälzer Studenten galten bis 1628 Universitäten in Ingolstadt, Leipzig oder Wien als Ausland. Sie waren daher "Auswanderer". Zu den Auswanderern im 19. Jahrhundert ist nachzulesen: "Die Regierung wusste, wie gefährlich die Auswanderung auch sein konnte. Man verpflichtete daher den Landrichter, auf die Gefahren hinzuweisen. Auch erwartete man bei Einzelwanderern einen Besitz von 170 Gulden, bei Familien pro Kopf 125 Gulden. Bis etwa 1870 wurden darüber Protokolle angefertigt, die z. T. noch existieren."

Unter dem Titel "Von der Landwehr zur Feuerwehr und Bürgerwehr" beleuchtet Hans Ott das Wehrwesen seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Er beschreibt die staatlich verordneten Aufgabenbereiche und das Schießwesen.

Woher kommt unser Ortsname "Eschenbach". Mit diesem noch immer ungeklärten Teil der Stadtgeschichte befasst sich eingehend Bernd Thurn. Er untersucht Begriffe wie Esche und Äsche, fasst alle bisherigen Theorien zusammen und stellt die Frage, ob eventuell ein Slawe als Namensgeber infrage kommt, "weil Eschenbach ja förmlich umzingelt von Siedlungen ist, die slawischen Ursprungs sind".

Pater Benedikt Schuster beschreibt in seiner siebten Folge "Kapellen in der Pfarrei Speinshart" die Herz-Jesu- Kapelle neben der Filialkirche in Tremmersdorf.

Das Heft ist in der Stadtapotheke erhältlich und kostet sieben Euro .
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.