Welt-Adipositas-Tag
WHO will Zuckersteuer

Limonaden, Cola und Energy-Drinks enthalten teilweise sehr viel Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt nun Sondersteuern auf diese Getränke. Bild: dpa

Die Zahl übergewichtiger oder fettleibiger Kinder weltweit ist zuletzt immens gewachsen. Weniger Zucker in Getränken wären ein Schritt dagegen, glauben Gesundheitsexperten.

Genf. Der Kampf gegen Fettleibigkeit und damit verbundene Krankheiten sollte nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Geldbeutel ansetzen: Allen Regierungen sei zu empfehlen, zuckerhaltige Getränke mit einer Sondersteuer von mindestens 20 Prozent zu belegen. Diese könne zu einem spürbaren Rückgang des Zuckerkonsums führen, erklärte die WHO am Dienstag anlässlich des Welt-Adipositas-Tages.

Im Ergebnis würden weniger Menschen an Übergewicht, Fettleibigkeit, Diabetes oder Karies leiden, heißt es in einer WHO-Studie. "Wenn Regierungen Produkte wie zuckerhaltige Getränke stärker besteuern, können sie Leiden reduzieren und Leben retten", sagte Douglas Bettcher, WHO-Direktor für die Vorbeugung von nichtansteckenden Krankheiten. "Zudem können sie die Kosten für das Gesundheitswesen verringern."

"Bundesernährungsminister Schmidt sollte endlich auf die WHO hören, anstatt der Lebensmittel-Lobby auf den Leim zu gehen", erklärte Oliver Huizinga von "Foodwatch". "Sonderabgaben auf Zuckergetränke wirken und sind unabdingbar im Kampf gegen Fettleibigkeit und chronische Krankheiten." 2015 waren weltweit 42 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig oder fettleibig. Dies entspreche einer Steigerung um elf Prozent innerhalb von 15 Jahren. Die Zahl der Diabeteskranken sei von 108 Millionen (1980) auf 422 Millionen (2014) gestiegen.
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