"Wie es ihm gefällt"
Briefe an die Redaktion

Eine Lanze für Matthias Bagada, der in der NT-Samstagausgabe in einem umfangreichen Interview zu Wort kam, bricht dieser Leser:

Ich kenne Herrn Bagada nur "vom Sehen", wie man so sagt. Und ob man wirklich prominent ist, nur weil man viele Freunde bei facebook hat, oder nur weil man mit Promis zu tun hat und mit ihnen auf Bildern zu sehen ist, darüber kann sich jeder seine eigene Meinung machen. Subjektiv betrachtet lebt Herr Bagada in seiner eigenen, nicht unbedingt realen Welt.

Objektiv betrachtet lebt hier ein Mensch sein Leben. So wie er es für richtig hält, und wie es ihm gefällt. Vor allem, offenbar ohne anderen zu schaden oder Regeln zu verletzen.

Beim Lesen dieser Seite hatte ich durchweg den Eindruck, dass die Interviewer nichts anderes im Sinn hatten als einen Menschen in 5 Spalten Text vorzuführen und lächerlich zu machen. Wenn die Fragesteller bezweifeln, dass Herr Bagada berühmt sei - warum dann überhaupt ein Interview auf einer ganzen Seite? Warum wird immer wieder die gleiche Frage gestellt "warum glauben Sie, Sie seien berühmt"?. Wieso wird nicht über den Mensch berichtet, wo kommt er her, was sind seine Gedanken, seine Ansichten, seine Gefühle.

Seggewiß, Höher, Pausch, und so weiter - solchen Menschen wird Honig ums Maul geschmiert bei einem Interview. Sie werden hofiert und geachtet.

Einem Herrn Bagada, der vielleicht nicht in den Mainstream passt, aber sein Ding mit Idealismus, Begeisterung und Herz vertritt, unterstellt man zwischen den Zeilen schlicht Einfältigkeit. Ist das das bunte Weiden, die aufgeschlossene Presse, die Minderheiten schützt und objektiv ist? Ist das das Land, dass für Andersdenkende einstehen will und sich doch aussucht wer toleriert wird?

Herr Bagada passt bestimmt nicht ins allgemeine konservative Bild des Oberpfälzers. Auch ich kann nicht umhin, ihn als etwas "sonderbar" zu bezeichnen, und meine Lebensmaßstäbe sind teilweise völlig anders. Aber ich respektiere seine Art, seine Überzeugung und akzeptiere ihn als Mensch. Und genau das, Fairness gegenüber einem Menschen, lässt die Berichterstattung über ihn stark vermissen!

Markus KeßlerWindischeschenbach

So viele "Geister"

Zur angespannten Haushaltslage und zum Bericht "Im ,Geist von Waldsassen' vereint":

Der "Geist von Waldsassen" schwebt zusammen mit dem Oberbürgermeister und den Fraktionen über dem Neuen Rathaus. Mit Euphorie wird bejubelt "Sie vertreten eine gemeinsame Politik: Einschnitte um den Haushalt zu sanieren" was nichts anderes heißt: "Mit weiteren Beitrags-, Gebühren- und Steuererhöhungen werden die Bürger wohl demnächst rechnen müssen". Den Geist hätte man auch im "Waldsassener Kasten" gefunden. Er schwebt seit längerem wie ein Damoklesschwert über der Regionalbibliothek und dem Internationalen Keramik-Museum. Und der Geist von Max Reger wird die Stadt auch noch verfolgen, sofern man den großen Sohn der Stadt ab 2017 zum zweiten Mal beerdigt. Die Geister des "Phantoms der Max-Reger-Halle" und der "Kulturbühne" müssen auch noch erwähnt werden, wenn sie von der "Event-Gesellschaft" ins Grab vermarktet werden.

Dass der Stadtball gestrichen werden könnte, reißt wohl niemand vom Hocker und ein "Sonderlandeplatz" (klingt nach Sondermülldeponie) wird dem Wirtschaftszentrum der nördlichen Oberpfalz nicht zum Ruhme reichen. Wo bleiben die Sparvorschläge der Kritiker, wird es wohl wieder aus dem Neuen Rathaus heißen? Man sollte dort anfangen, denn da ist noch viel Luft nach oben. Ein Personalentwicklungskonzept, wie für die Musikschule gefordert, würde bestimmt weiterhelfen. Dann würde vielleicht auch der Schulentwicklungsplan (von anderen Entwicklungsplänen ganz zu schweigen) in den nächsten fünf Jahren fertig. Packen wir's an, es ist noch viel zu tun, um die "Geister" zu besiegen!

Joachim StrehlWeiden

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