Wie wind- und wettersicher ist das Dach? Regelmäßige Kontrollen sind wichtig
Daher weht der Wind

Stürmische Zeiten haben in Deutschland längst begonnen, Sturmtief Niklas hat es zuletzt wieder gezeigt. Und auch die Statistik beweist: Unter den fünf schadensintensivsten Stürmen der letzten 15 Jahre waren allein drei Sturmkatastrophen in der Zeit zwischen 2010 und 2014. Die Gebäudeversicherungen mussten seit 2000 über acht Milliarden Euro für die Schadenregulierung aufwenden (Quelle GDV).

"Wenn wir schon das Wetter nicht verändern können, müssen wir die Bauweise und das Bewusstsein von Bauherren ändern", ist die logische Schlussfolgerung des Sprechers des Bayerischen Dachdeckerhandwerks.

Zur Veränderung der Bauweise trat bereits am 1. März 2011 eine Neuerung im Fachregelwerks des Dachdeckerhandwerks in Kraft. Danach sind - je nach Windzone, die sich aus einer entsprechenden Karte ergibt - zusätzliche Maßnahmen zur Windsogsicherung auszuführen.

Gefahr Windsog

Die größte Gefahr für ein Dach entsteht nämlich nicht durch den Winddruck, sondern durch den Windsog (fachlich: negativer Winddruck). Durch Verwirbelungen ist bei einem Sturm besonders die dem Wind abgewandte Dachfläche gefährdet. Am kräftigsten ist der Windsog dabei in den Randbereichen - dem First oben, den sogenannten Ortgängen an den Seiten und dem Traufbereich unten.

Fachregelwerk

Hier schreibt das Fachregelwerk verbindlich Sicherungsmaßnahmen vor, wenn das Eigengewicht der Eindeckung keine ausreichende Sicherheit bietet. Das kann ein Verschrauben von Eindeckungselementen oder die Befestigung mit speziellen Sturmklammern sein.

Windlastzonen

Je nach Standort des Gebäudes in einer der vier Windlastzonen Deutschlands kann das von einer Sicherung jedes dritten Elementes bis zur Sicherung jedes einzelnen Elementes reichen. Da übrigens auch Solarmodule zu den Dacheindeckungen zählen können, finden gegebenenfalls auch hier die Fachregeln zur Windsogsicherung Anwendung. Die Pflicht zur Windsogsicherung gilt nicht nur für Dächer, die nach dem Stichtag 1. März 2011 erstellt wurden. Auch nach größeren Reparaturen oder Sanierungen kann hier die Pflicht zur Nachrüstung bestehen.

Obliegenheiten

Daher ist jedem Hausbesitzer und jeder Hausverwaltung zu empfehlen, das Dach im Rahmen einer regelmäßigen Dachwartung von Fachbetrieben der Dachdecker-Innung unter die Lupe nehmen zu lassen.

Nur wer dieser "Obliegenheitspflicht" nachkommt, kann im Schadensfall auch mit einer reibungslosen Schadensregulierung durch die Gebäudeversicherung rechnen. Auf eine "automatische" Regulierung nach Stürmen mit mehr als 8 Windstärken sollte niemand mehr vertrauen.

Fachbetrieb

Die Adressen von Fachbetrieben, die das Dach zum Beispiel im Rahmen eines ersten Dach-Checks unter die Lupe nehmen und bei Bedarf eine Optimierung anbieten, gibt es bei der Dachdecker-Innung und auf www.dachdecker.bayern. (lifepr/LIV)
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