Wieder Blitz

"Das neue Oh!" (aktueller Opel-Slogan) soll das alte "Oweh!" endgültig ablösen. Die einst stolze Marke war arg abgestürzt, pappte gar das Logo mit dem Blitz an Autos aus Fernost. Aber: Seit einiger Zeit weht ein frischer Wind. Läuft Opel bald wieder wie der Blitz?

Nostalgiker schnalzen mit der Zunge, wenn Admiral, Kapitän und Kadett aufmarschieren; die Generation Golf erinnert sich an die 90er, als der Astra in Qualität und Stückzahlen dem Konkurrenten aus Wolfsburg das Leben schwer machte, und jeder mit einem Tropfen Benzin im Blut denkt mit Grausen an das üble Spiel zurück, das GM mit der damals noch ungeliebten deutschen Tochter trieb.

Opel ist wieder da

Tempi passati - vergangene Zeiten. Auf einmal ist Opel wieder da: mit pfiffigem Design (Adam), cooler Werbung (Klopp), Fußball-Sponsoring (BVB, Bayer, Freiburg, Mainz), TV-Präsenz (Germany's next Topmodell) und - hauptsächlich - einer Neuheiten-Offensive mit Biss: 27 neue Modelle und 17 neue Motoren rollt Opel zwischen 2014 und 2018 aus. Demnächst kommt der Karl, ein Kleinwagen für weniger als 10 000 Euro, ein Corsa für Racer (Beiname: OPC) und der neue Astra. Und - schwuppdiwupp - sind die Bestellbücher gut gefüllt, auch wenn nicht zu verschweigen ist, dass viele Opel an Flottenkunden gehen und teilweise satte Rabatte eingeräumt werden.

Jüngste Neuheit sind zwei Diesel-Motoren, die unter anderem im Insignia und im Mokka ihren Dienst verrichten. Beide erfüllen die Euro-6-Norm. Am Beispiel des Zwei-Liter Aggregats mit 170 PS wird die globale Ausrichtung des Konzerns deutlich: Entwickelt in Turin, geräuschoptimiert in Pontiac, ans Auto angepasst in Rüsselsheim und gebaut in Kaiserslauten. Fahren wir halt mal. Den Insignia beschleunigt der Selbstzünder in neun Sekunden auf 100 km/h, verhilft ihm zu 225 km/h Spitze und konsumiert im Norm-Mittel nur 4,3 Liter (CO2 114 Gramm/km). Das Ansprechverhalten ist spontan (laut Opel Klassenbestwert), das Drehmoment mit 400 Newtonmetern üppig. Vier Ventile pro Zylinder und ein VGT-Turbo mit elektrischer Zusatzluft sind State of the Art. Der Insignia 2.0 CDTI: eine angenehme Reiselimousine (ab 29 865 Euro).

Dieser Mokka schmeckt

Gönnen wir uns anschließend einen Mokka, und zwar den mit dem 1,6 CDTI-Motor, einem Flüsterdiesel, wie seine Entwickler sagen, mit 136 PS, 320 Nm bei 2000 U/min. Er treibt schon Zafira, Astra und Meriva an und ist jetzt auch für den kleinen SUV mit dem Kaffeenamen erhältlich. 4,1 Liter benötigt er dort, um 100 Kilometer weit zu kommen. Das entspricht einer CO2-Emission von 109 Gramm. Der so motorisierte Mokka kostet mindestens 24 685 Euro.
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