Wieder Wäsche am Bach waschen
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "60 Euro pro Elektrogerät" in der Ausgabe vom 18./19. Oktober 2014 schreibt ein Leser:

Den Antrag auf ein Energiesparförderprogramm in Kastl habe ich bereits am 4. Februar 2014 noch bei Bürgermeister Bruno Haberkorn eingereicht. Frau Ackermann hat ebenfalls einen entsprechenden Antrag an den jetzigen Bürgermeister Josef Etterer am 5. Mai 2014 gestellt. Kastl bildet mit Kemnath eine Verwaltungsgemeinschaft, warum sollten wir Bürger von Kastl schlechter gestellt werden, als die Bürger im benachbarten Kemnath? Vor allem, da in der diesjährigen Bürgerversammlung stolz an alle Anwesenden verkündet wurde: "Wir sind schuldenfrei." Warum also soll eine schuldenfreie Gemeinde nicht etwas für ihre Bürger tun und etwas an sie zurückgeben?

Zum Thema "Luxusartikel" möchte ich schon fragen: Ist ein Geschirrspüler wirklich ein Luxusartikel? Die Stiftung Warentest schreibt in diesem Jahr dazu: "In zwei von drei Haushalten erledigt der Geschirrspüler den täglichen Abwasch. Das ist bequem und schafft Ordnung in der Küche. Lange Zeit galt der Geschirrspüler als Luxusgut und reiner Stromverschwender. Studien und die Tests der letzten Jahre haben aber gezeigt, dass Spülen per Hand oft mehr Strom und Wasser als eine moderne Geschirrspülmaschine benötigt."

Und ist ein Elektrobackofen ein Luxusartikel? Wer bitte kocht und backt heutzutage noch mit einem Holzofen? Wenn wir bei einem Elektrobackofen von einem Luxusartikel sprechen, dann müssen alle Hausfrauen und -männer künftig auch ihre Wäsche wieder am Bach waschen, und wir erklären die Waschmaschine ab sofort zum Luxusartikel. Zum Argument "Die Gemeinde muss nicht alles fördern" möchte ich sagen: "Nein, alles muss die Gemeinde wirklich nicht fördern, aber das Sinnvolle.

Es fällt schon auf: In Kemnath bekommen die Bürger bereits seit 2013 80 Euro für energiesparende Elektrogeräte und für Wärmezirkulations-/Heizungsumwälzpumpen 75 Euro, die Bürger in Kastl künftig 60 Euro für die Elektrogeräte und ebenfalls nur 60 Euro für die Pumpen. In seiner konstituierenden Sitzung im Mai hat der Gemeinderat Kastl mit der regierenden Mehrheit, trotz Gegenstimmen aus den eigenen Reihen und Ablehnung der Gemeinderäte der Freien Wähler, ihre Sitzungsgelder auf 40 Euro angehoben, also um fünf Euro höher als die Stadträte in Kemnath bekommen. Ich bin in dieser Hinsicht nicht neidisch. Im Gegenteil, ich würde den Gemeinderäten sogar noch höhere Sitzungsgelder gönnen, aber dann bitte die Bürger auch im gleichen Maß behandeln.

Albin Zeitler

95506 Kastl

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