Windindustrie-Anlagen: auf Profit- und Konsumgier ausgerichtet

Zur Windkraft in der Region:

Fakt ist, dass die 10-H-Regelung die Möglichkeit eines Schutzabstandes von zwei Kilometern zwischen Windindustrie und Wohnbebauung schafft und auf mehr Mitspracherecht von Bürgern setzt.

Dies bedeutet, dass eine Gemeinde eine Windindustrie-Anlage nicht mehr an ihrer äußersten Gemeindegrenze auf den Weg bringen kann, ohne die Belange der Nachbargemeinde zu berücksichtigen. Die Windindustrie-Anlage Pamsendorf wurde zum Beispiel genehmigt ohne Einbeziehung der benachbarten Bürger in Gleiritsch und Umgebung! Deshalb verspricht die 10-H-Regelung mehr Demokratisierung auf diesem Gebiet.

Sie kann ein kleiner Ansatz dazu sein, dass wir uns nicht der Profitgier einzelner Investoren beugen müssen, die auf Kosten von Flora und Fauna und mit gesundheitlichen Risiken für Menschen den Betrieb von - in unseren Regionen - unwirtschaftlichen und unökologischen Windindustrie-Anlagen vorantreiben.

Die 10-H-Regelung sollte aber anscheinend im Falle der geplanten Windindustrie Pamsendorf auf keinem Fall zum Einsatz kommen, um Mitspracherecht zu gewähren. Die Genehmigung der Industrieanlage wurde vom Landratsamt noch schnell vier Tage vor Inkrafttreten der 10-H- Regelung erteilt. Es wurde keine Rücksicht auf die Belange der Bürger vor Ort (Gleiritsch und Umgebung) genommen, die von diesem Projekt in ihrem Selbstbestimmungsrecht auf Gesundheit und auf Erhalt einer intakten Umwelt eingeschränkt sind.

Darüber hinaus wurden Forderungen nach einer - laut einem VGH-Urteil von Juni 2014 festgeschriebenen - "Speziellen Artenschutzprüfung" nicht entsprochen. Diese war von Bürgern gestellt worden, die seit Jahren den artengeschützten Rotmilan und Schwarzstorch vor Ort beobachten, hegen und pflegen. Den Bürgern wurde sogar unterstellt, dass die spezielle Artenschutzprüfung "ins Blaue hinein" gefordert wurde. Diese Aussage der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt widerspricht der Tatsache, dass in Presseartikeln die Existenz dieser artengeschützten Tiere mit Stolz erwähnt wurde.

Statt abwertende Phrasen zu dreschen, wäre es an der Zeit, sich grundlegend mit den Kritikpunkten von Windkraftgegnern auseinanderzusetzen. Windindustrie-Anlagen in unserer Region zerstören in der Regel das, was erhalten werden soll, die Natur. Wir müssen lernen, mit Grenzen umzugehen - und dazu gehört, dass ein auf Profit- und Konsumgier ausgerichtetes Wirtschaftswachstum hinterfragt wird.

Karin Maria Schmidt, Trausnitz
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