Windkraftanlagen als "ökologische Kapitalvernichtung"?

Deutschland und die Welt
22.11.2013
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Zum Artikel "Renditesturm durch Windkraft":

Die Behauptung von Professor Miosga, jede Windkraftanlage (WKA) wirft ordentlich Rendite ab, ist falsch. Man muss 5 Prozent Rendite über 20 Jahre erwirtschaften, um seinen Einsatz ohne Zins und Zinseszins wieder zu bekommen. Viele Anleger verwechseln Zins mit Rendite. Das hat Bürgerwindkraft-Anleger viel Geld gekostet. Ein am Bürgerwindrad Freudenberg Beteiligter berichtet von 4 Prozent Rendite (Prognose 8 Prozent). Ökologische Kapitalvernichtung ist eine deutsche Erfindung. Tausende von Klagen liegen bei Anwälten. Von 2007 bis 2010 wurden WKA für 11,5 Milliarden Euro ans Netz angeschlossen, und trotzdem wurde 2010 weniger Windstrom erzeugt als 2007. Die Windhöffigkeit hat um etwa 30 Prozent abgenommen. Die Mehrheit der deutschen WKA im Binnenland arbeitet mit Verlusten. Die Windhöffigkeit wird viel zu hoch angesetzt, um hohe Renditen vorzugaukeln. Die Sparkasse Erlangen legte einen Klima-Sparkassenbrief auf, der mit garantierten 3,5 Prozent auf 5 Jahre rentiert und in Windkraft investiert. Die Erträge liegen weit unter den Prognosen, und die Sparkasse muss die Differenz ausgleichen. Die Sparkasse Kassel warnt vor Wind-Investments.
Wer Bürgern WKA als Altersvorsorge anpreist, handelt fahrlässig und erinnert fatal an die Kaufempfehlung zur Alterssicherung der Telekom-Aktie durch Ron Sommer, Hans Eichel und Manfred Krug oder an den Kauf von Schrottimmobilien. Wer seine Lebensversicherung in einer Bürgerwindanlage anlegt, steht auf dünnem Eis. Niemand kauft Anteile von verlustbringenden WKA während der Laufzeit. Diese Fakten vermisse ich im blumigen Vortrag des professoralen Diplom-Geographen. Dass Banker nach Krediten gieren, ist völlig normal, je höher das Bilanzvolumen der Bank umso höher die Boni und Provisionen. Da glaubt man schon mal, einen ganzen Landstrich mit 1000 WKA - ohne nötige Speicherkapazitäten - zumüllen zu dürfen. Den nicht speicherbaren Windstrom verschenken wir dann an unsere Nachbarn. Dr. Miosga ist Vorstand einer Beratungsfirma und hat der Volksbank Nordoberpfalz ein Gutachten erstellt, das wohl zufällig im Sinne des Gremium-Chefs ausgefallen ist. Dass anscheinend Teile der IHK hier nicht folgen wollen, stimmt zuversichtlich.
Die Werbesprüche des Bärnauer "Grenzlandwind"-Vertreters sind nicht seriös, laufen doch die Anlagen erst zwei Monate und dazu noch in den windstarken Monaten Oktober/November. Daraus Hochrechnungen auf die Rendite der nächsten 20 Jahre zu machen, ist abenteuerlich. Leider fallen immer noch Bürgermeister auf die Luftnummer Gewerbesteuer durch Windkraft herein.

Hermann Köpf, 95695 Mähring
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