"Wir sollten alle am gleichen Strick ziehen"
Briefe an die Redaktion

Die Ausführungen bei der Bürgerversammlung zum Thema "Bundesstraßen-Verlegung" nicht unbeantwortet lassen will ein Leser. Er hat dazu einen "Offenen Brief" verfasst.

Lieber Ludwig, alles Gute zum 20-jährigen Vorlese-Jubiläum bei Bürgerversammlungen. Wenn du den Waldsassenern erklären willst, dass der Verkehr in der Innenstadt mehr wird, dann denke ich: Die wissen das sowieso schon. So richtig neu war das ja nicht.

Was neu ist in den letzten 20 Jahren, sind die Schadstoffklassen bei Lkw. Wir leben jetzt im Zeitalter von Euro 6. Das heißt, dass die Luft hinten aus dem Auspuff fast sauberer herauskommt, als sie vorn angesaugt wird. Außerdem gab es damals noch keinen sogenannten Flüsterasphalt.

Wenn die Situation in 20 Jahren immer noch so ist wie jetzt, dann haben wir das dir und deinen Mitstreitern zu verdanken. Denn ihr wollt nach wie vor nicht einsehen, dass die Nachteile der Kappl-Trasse nun mal gravierender sind als die Nachteile der Bahntrasse. Denn trotz über 7 Kilometer für immer zerstörter Landschaft bleiben die Kondrauer und die Anwohner der Mitterteicher Straße auf dem Verkehr nach und von Waldsassen kommend sitzen. Und das ist gar nicht so wenig. Die Schotterlaster der Spedition "Lagarde" vom Hirschentanz nach Eger fahren ebenso weiterhin durch die Innenstadt. Tja, liebe Anwohner der Prinz-Ludwig- und Egerer Straße: Leider Pech gehabt.

Ich bin mal den kompletten Bahndamm abgelatscht. Da, wo keine Unterführung gebaut wird, bin ich an einem Pferdestall, einer Gärtnerei, einem Friedhof, Verbrauchermärkten und teils unbebautem Land vorbeigegangen. Ich glaube nicht, dass der Verkehr da so störend ist.

Wenn sich die Verkehrssituation in Waldsassen ändern soll - und das muss sie - dann sollten wir alle am gleichen Strick ziehen. Und wir sollten versuchen, das Maximale für uns herauszuholen: Beschränkung auf 60 km/h, durchgehend Flüsterasphalt und feste Radar-Anlagen, bei denen die Einnahmen der Stadt zugute kommen. Wie lange die Situation noch so bleibt, wie sie derzeit ist, liegt auch mit an euch. Denkt bitte auch daran.

Franz Härtl, Netzstahl

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