Wirtschaftliche Interessen der USA

Kommentar "Kosten des Abgas-Betrugs für VW unkalkulierbar":

Als vormaliger Geschäftsführer der Firma Autohaus Stegmann über vier Jahrzehnte ist mir das Wohl und Wehe der Marke Volkswagen fast eine Herzensangelegenheit, zumal über die Ehrenmitgliedschaft beim Volkswagen- und Audi-Partnerverband nach zwei Jahrzehnten aktiven Mitwirkens in dessen Vorstand die Verbindung bis dato nicht abgebrochen ist. Bei allen berechtigten Sorgen um die Beschäftigten im Konzern und bei Zulieferern erwähnen die Medien an keiner Stelle die Mitarbeiter der Handels- und Serviceorganisation, die nun auch noch gefordert sind, ihren Kunden Rede und Antwort zu stehen zu einer Situation, an der sie keine Schuld tragen, aber mögliche Auswirkungen mit zu erleiden haben.

Ich vergesse auch nicht, dass die meisten Zulieferer von Volkswagen überwiegend mittelständische Betriebe sind. In der Regel sind sie nicht mit einer üppigen Kapitaldecke ausgestattet, die zu einer längeren Überbrückung von Einbußen ausreicht.

Wie der Kommentator halte ich es für grotesk, dass ausgerechnet die Amerikaner es sind, die VW an den Pranger stellen, frei nach der Methode "Haltet den Dieb". Es war meine erste Reaktion auf die Meldungen, was man in Übersee "aufgedeckt" habe, dass es sich nicht zuletzt um wirtschaftliche Interessen nicht nur der dortigen Autoindustrie handele. In meiner Meinung distanziere ich mich selbstverständlich von Manipulationen, gleich welcher Art seitens Volkswagen, aber ich fühlte mich bestärkt in meiner Sicht der Dinge durch die Ausführungen von Prof. Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut, wie sie unter der Spalte Sinn "gratuliert" im NT vom 26./27. September 2015 treffend formuliert sind.

Karlheinz Müller, 92637 Weiden
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