Wissenschaftliche Studie
Mehr Antibiotika, mehr Methan

Kühe produzieren täglich große Mengen des klimaschädlichen Gases Methan - zum Teil beim Rülpsen, zum Teil in ihrem Dung. Werden sie mit Antibiotika behandelt, stoßen sie noch mehr Gas aus. Bild: dpa

Boulder. Mit Antibiotika behandelte Kühe setzen über ihren Dung wahrscheinlich verstärkt klimaschädliches Methan frei. Zu diesem überraschenden Ergebnis sind Forscher nach einer ersten kleinen Testreihe gelangt. Möglicherweise profitierten die methanbildenden Mikroben im Darm der Tiere davon, dass die Bakterien dort durch die Antibiotika gehemmt werden, schreibt das Team in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Der weit überwiegende Teil des von Kühen freigesetzten Methans wird allerdings beim Rülpsen abgegeben - die Wirkung von Antibiotika auf diesen Prozess untersuchten die Forscher nicht.

Ein Rind produziert Hunderte Liter Methangas täglich und trägt damit zur Klimaerwärmung bei. Das Gas entsteht beim Zelluloseabbau durch bestimmte Mikroben im Pansen der Wiederkäuer. Dass Antibiotika die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaften im Verdauungssystem verändern, wurde bereits für viele Tierarten und den Menschen gezeigt.
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