Wo bleibt die Entschuldigung?

Die ausländerfeindlichen Äußerungen auf dem Fußballplatz kommentiert ein Leser:

Bezugnehmend auf die NT-Ausgabe vom 27./28. Dezember zu den unfassbar ausländerfeindlichen Vorfällen während eines Fußballspieles einer unteren Klasse, wobei zwei benachbarte Clubs gegeneinander spielten, die sich zudem noch sportlich freundschaftlich verbunden zeigten, vermisse ich bis heute eine Reaktion sowohl des bayerischen Fußballverbandes, der Kreisspielleitung und nicht zuletzt auch der Bevölkerung in Schönhaid.

Eigentlich hätte die logische Folgerung aus diesen menschenverachtenden Äußerungen eine Demo, eine Lichterkette, eine Entschuldigung der "Täter" in den Medien sein müssen. Nichts dergleichen geschah. Ist es wirklich so verachtenswert, wenn ein junger, anders aussehender Sportler afrikanischer Herkunft sich als Fußballer zeigt, der seinem Gegner überlegen ist, da er sich als pfeilschnell und trickreich erweist? Ist es heutzutage eigentlich noch angebracht, ihn wegen eines "normalen" Fouls als "Drecksasylant" zu bezeichnen, der sich gefälligst verpissen soll?

Wenn sich auch noch der heimische Linienrichter so abstoßend erweist, dass er wegen dem "Neger" dem Schiri seine Fahne vor die Füße wirft, dann sollte sich der SV Schönhaid ernsthaft Gedanken machen ob solch ein Verhalten nicht auch auf den Verein abfärbt. Aber dies ist den Verantwortlichen scheinbar egal, denn man hat ja gegen das Sportgerichtsurteils Widerspruch eingelegt. Die Vorfälle waren also aus deren Sicht nicht gravierend. Vielleicht gibt es beim SV Schönhaid, beim BFV, oder im Ort selbst jemand, der darauf hinweist, dass das englische Wort "Fairplay" auch für Spieler und Vereine gelten sollte. Noch rassistischer geht's wohl kaum noch.

Mir scheint, dass Bert Brecht recht hatte, als er sagte: Der Schoß ist fruchtbar noch ... ". Wir leben doch in einer Welt, die sich verändert und sollten unsere dunkelsten Erinnerungen nicht wieder aufwärmen.

Horst Maschke9637 Weiden
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