Zerstörung der Kulturlandschaft

"Gegenwind aus der Oberpfalz":

Besser sollte die Überschrift lauten "Planungsverband für Windkraft in der Oberpfalz". Statt sich für die 10H-Regelung stark zu machen, hofft der Planungsverband Oberpfalz Nord, dass mit einem Gerichtsurteil diese gute Regelung gekippt wird. Die Feststellung, die 10H-Regelung würde bewirken, dass der Windenergie in der Region fast komplett die Luft ausgeht, lässt die Absicht des Planungsausschusses erkennen, Windenergie bei uns möglichst effektiv voranzutreiben. Der Vorwurf, die 10H-Regelung beerdige die Windkraft in Bayern, trifft nicht zu. Schließlich sieht das Gesetz vor, dass Kommunen im Einvernehmen mit den Bürgern und dem Gemeinderat geringere Abstände beschließen können.

2012 hatte der Planungsverband noch 1,6 Prozent der Fläche als tauglich für Windräder erklärt. Hier von wenigen Prozenten zu sprechen, ist ein Hohn. Die Landschaftszerstörung wirkt kilometerweit. Auch der gesundheitsschädliche Infraschall hat über 2000 Meter negative Auswirkungen und ist in 10 Kilometer Entfernung von Windkraftanlagen noch messbar. Nach Privatdozent Dr. Reinhard Lange sind in Kalifornien deshalb Abstände von 35 Meilen zu Windkraftanlagen vorgegeben.

Im Juni 2013 hat sich Ministerpräsident Seehofer starkgemacht, den Abstand zwischen Windrädern und Siedlungen auf das 10-fache der Höhe der jeweiligen Anlagen festzulegen (spätere 10H-Regelung). Dieser Vorstoß erhielt von den betroffenen Landräten Zustimmung. Seehofer sagte sinngemäß, die Schädigung der bayerischen Kulturlandschaft durch Windkraftanlagen soll nicht mit seinem Namen verbunden werden. Dem Planungsverband fällt nichts anderes ein, als dem Ministerpräsidenten und dem Landtag in den Rücken zu fallen. Er will die Privilegierung vollumfänglich wieder einführen, anstatt sich für die 10H-Regelung stark zu machen. Ich frage mich: Haben diese Herren vom Planungsverband keine andere Beschäftigung, als danach zu schauen, wo es möglich sein könnte, unsere Kulturlandschaft mit weiteren Windkraftanlagen zu schädigen?

Karl Berr, Tirschenreuth
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