Zu Gast bei Tierbesitzern
Mit Leckerlis locker bleiben

Eine um die Beine streichende Katze sorgt bei manchen Gästen für Unwohlsein - oder löst sogar Angst aus. Bild: dpa/Silvia Marks

München/Hamburg. Springende Hunde, Katzen, die um die Beine streichen oder wuselige Kleintiere - manche haben Angst vor Tieren oder fühlen sich unwohl in ihrer Gesellschaft. Aber was, wenn man bei Freunden zu Besuch ist, um deren Haustier man eigentlich lieber einen Bogen macht?

Das Wichtigste sei offene Kommunikation, meint Birgitt Thiesmann vom Tierschutzverein Vier Pfoten. "Wer Angst hat oder sich in der Nähe des Tieres unwohl fühlt, sollte den Gastgeber das vorher wissen lassen." Dann kann man direkt nach Tipps fragen, wie man sich dem Tier gegenüber am besten verhält. Vielleicht weiß er Tricks, etwa ob sich das Tier über ein Leckerli vom Gast freut.

Und der Gastgeber kann sich darauf einstellen, wenn er rechtzeitig erfährt, dass seinem Besuch Distanz zum Tier wichtig ist. "Viele Hunde reagieren zum Beispiel stürmisch, wenn Besuch kommt, und bellen oder springen am Gast hoch", sagt Thiesmann. Wer weiß, dass sein Gast sich davor fürchtet, muss dafür sorgen, dass der Hund bei dessen Ankunft nicht an die Tür kommt. Bevor man Freunde besucht, vor deren Tieren man Angst hat, könne man sich mental auf die Situation vorbereiten, rät Tierverhaltenstherapeutin Marion Granzow. "Wer die Situation in Gedanken durchgespielt hat, dem fällt es leichter, bei der Begegnung mit dem Tier locker zu bleiben." Entspannt auftreten sollte man auf jeden Fall, denn Tiere spüren, wenn jemand Angst hat. "Durch eine schnelle Atmung oder hektische Bewegungen werden die Tiere dann selbst unsicher und reagieren unter Umständen abwehrend", erklärt Granzow. Sucht das Tier während des Besuchs Kontakt, rät Granzow, es einfach zu ignorieren: "Vor allem Hunde verlieren schnell das Interesse, wenn man ihnen die Aufmerksamkeit entzieht." Springt ein Hund an einem hoch, sollte man sich wegdrehen - die meisten Hunde lassen dann allein von einem ab. Wichtig ist außerdem, vom Hund wegzuschauen.

Kein Blickkontakt


Auch bei Katzen vermeidet man den direkten Blickkontakt besser, denn das könnte sie aggressiv machen. Anders als Hunde verlören Katzen aber nicht von selbst das Interesse, wenn man sie ignoriert, erklärt Granzow. "Katzen kommen von allein, streichen um die Beine oder setzten sich auf den Schoß."
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