Zugunglück bei New York
Katastrophe im Berufsverkehr

Rettungskräfte vor dem Bahnhof in Hoboken. Ein Zug war hier ungebremst in einen Bahnsteig gefahren. Bild: dpa

Pendler fahren zur Arbeit, die Züge sind voll. Im Bahnhof von Hoboken nahe New York kommt es zu einem schweren Unglück. Augenzeugen sagen, der Zug sei ungebremst in die Station hinein gefahren.

New York. Mitten im morgendlichen Berufsverkehr ist im Großraum der Millionenmetropole New York ein Pendlerzug in einem Bahnhof verunglückt. Eine Frau sei ums Leben gekommen und mindestens 108 weitere Menschen verletzt worden, teilte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo mit. Über die Zahl der Toten und Verletzten hatte es angesichts der unübersichtlichen Lage zunächst unterschiedliche Angaben gegeben. Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar.

Der Gouverneur des Bundesstaates New Jersey, Chris Christie, sagte am Donnerstag bei einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz in Hoboken, der Zugführer habe das Unglück überlebt. Er sei schwer verletzt im Krankenhaus und arbeite mit den Behörden zusammen, um die Hintergründe des Unglücks aufzuklären.

Der Zug war Augenzeugen zufolge ungebremst in den Bahnhof der Stadt Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey eingefahren, gegen einen Prellbock geprallt und von der Wucht des Aufpralls teilweise in die Luft gehoben worden. Teile des Bahnhofs stürzten daraufhin ein. "Der Zug ist sehr schnell gefahren", sagte ein Mitarbeiter der lokalen Verkehrsbehörde der "New York Times". Man mache sich Sorgen dass die Struktur des Gebäudes gefährdet sei.

Die örtliche Nahverkehrsgesellschaft sprach von einem "schweren Unfall", der Zugverkehr sei in Hoboken komplett eingestellt worden. Die US-Eisenbahnbehörde FRA schickte Ermittler nach Hoboken.

New Yorks Gouverneur Cuomo kündigte auch eine Untersuchung der zuständigen Behörden in New York und New Jersey an. Zudem wollte er sich gemeinsam mit seinem Kollegen aus New Jersey, Chris Christie, noch am Donnerstag ein Bild von der Lage in Hoboken machen. Dafür sagten die beiden Politiker ihre Reisen nach Israel zur Beerdigung des früheren Präsidenten Schimon Peres ab.

Der Zug mit der Nummer 1614 war etwa eine Stunde vor dem Unglück in Spring Valley im Bundesstaat New York nördlich von Hoboken gestartet und fuhr gegen 8.45 (Ortszeit) auf Gleis 5 in den Bahnhof von Hoboken ein.

US-Fernsehsender zeigten Bilder des Bahnhofs, in dem erheblicher Sachschäden entstanden war. Die Station von Hoboken ist einer der meistbenutzten Pendlerbahnhöfe im Umkreis von New York. Rund 50 000 Menschen passieren das Gebäude jeden Tag, die meisten auf dem Weg von und zur Arbeit in Manhattan auf der anderen Seite des Hudson River.
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