Zum "Angemerkt" über den
Leserbriefe Froh über Bundeswehr

Volkstrauertag:

Ich bin froh, dass Bundeswehrsoldaten am Volkstrauertag der Toten und Gefallenen gedenken, auch mit Waffen, denn sie sind eine Erinnerung an den Tod. Ich bin froh, dass sich noch Soldaten finden, die in Uniform an Allerseelen vor den Friedhofsmauern für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sammeln, denn die Toten geben uns die bitterste Lehre.

Ich bin froh, dass es die Bundeswehr gibt, und es tut mir weh, wie der allgemeinen Tendenz in den Medien folgend, der Bundeswehr eine Beteiligung am Volkstrauertag versagt werden soll, obwohl - und was völlig in diesem Kommentar untergeht - in jüngster Zeit schon wieder Kriegstote in ihren Reihen zu beklagen sind.

Es tut mir weh, wenn in den Medien, genährt von Politikerkreisen, offensichtlich suggeriert werden soll, dass es sich bei der Bundeswehr im Wesentlichen um eine Truppe handelt, deren größtes Problem die Schaffung von Kindertagesstätten sei, und deren Mitglieder ohne jegliche Gefahr für das eigene Leben zu völlig problemlosen chirurgischen Einsätzen in irgendwelche Regionen verschickt werden können.

Und ich reibe mir immer wieder die Augen verwundert darüber, dass dies auch noch in dem Bewusstsein zu geschehen scheint, es handelt sich ja um anderer Leute Kinder, die ihre Haut zu Markte tragen. Da ist es dann auch egal, wenn die Ausrüstung miserabel ist. Vielleicht darf ich mich hier zu diesem beschämenden Umgang als Nichtangehörige der Bundeswehr zu Gehör bringen. Aber auch als jemand, der noch immer die Erzählungen der schlimmen Kriegserfahrungen und deren Folgen in der eigenen Familie (so wie in fast jeder Familie hierzulande) im Ohr und auch noch immer vor Augen hat.

Ich bin froh, dass es noch eine Bundeswehr gibt. Denn ich bin angesichts der immer näher heranrückenden Krisenherde überzeugt, dass auch wir hier gezwungen sein werden, unsere so bitter errungene, von unserer Generation so selbstverständlich und in vollen Zügen genossene, aber keineswegs selbstverständliche Freiheit in einer noch nie dagewesenen langen Friedenszeit zu verteidigen.

Und falls sich dann überhaupt noch jemand zur Verteidigung findet, auch mit Waffe, so bin ich dankbar dafür. Ein Danke an alle Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten: Ich bin froh, dass es euch gibt.

Gabriele BesoldAmberg

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