Zum Thema Missverständnis
Briefe an die Redaktion

Die Regionalbibliothek bewegt weiterhin die Gemüter:

Die Stadt Weiden besitzt eine Regionalbibliothek, die nur so mit Auszeichnungen als eine der besten bundesweit überhäuft wurde! Daran soll nun gespart werden, statt dass die Herren Stadträte bei sich beginnen zu sparen.

Wir erinnern uns, vor fast genau einem Jahr trat an einem außergewöhnlichen Termin der Stadtrat zusammen: Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hatte am ersten Nachmittag nach den Weihnachtsfeiertagen zu einer Sondersitzung des Stadtrats geladen. Auf der Tagesordnung am 27. Dezember stand ein Punkt: Der Erlass der Gewerbesteuer in Höhe von 80 Millionen Euro für ATU.

ATU-Finanzchef Christian Sailer hatte zuvor deutlich gemacht, dass die drohende Gewerbesteuerzahlung das Unternehmen wieder in den Ruin treiben könnte. Müsse er nicht zahlen, könne er dagegen zusichern, dass Standort und Arbeitsplätze erhalten blieben. Der Stadtrat stimmte zu und ließ sich auf eine ,,verbindliche Auskunft" ein, die lautete: Man werde die Gewerbesteuer voraussichtlich nicht einfordern. Endgültig durften sich die Stadtoberen nicht festlegen, wie Finanzdezernentin Cornelia Taubmann erklärte: "Das hätte möglicherweise ein EU-Beihilfeverfahren provoziert." Bald darauf folgte die Entlassung von ca. 120 Mitarbeitern! Zwei Tage nach dem Beschluss stellte ein Betroffener fest: ,,Es ist unglaublich. Erst schlachtet die Heuschrecke den Braten, und dann rennen die Stadträte noch mit viel Geld hinterher. Welcher kleine Unternehmer bekam in Weiden jemals die Gewerbesteuer erlassen."

Am Samstag konnte man ja lesen, was die Herren von den Bürgern halten! Weil sie Schafe sind und Schafe werden geschlachtet! Die Leupolds, Richters etc. können die Aufregung entweder nicht verstehen oder es lässt sie kalt!

Siegfried HausnerKohlberg

Selbst an den Bäumen sparen

Leserbrief zum Thema "Sparbeschluss gefällt":

Es macht nicht mehr froh, die Zeitung zu lesen! Dies liegt nicht an den Mitarbeitern des NT, die gute Arbeit leisten, es sind die Meldungen aus dem Stadtrat, die in jüngster Zeit wirklich das Vertrauen in unsere Vertreter erschüttern!

Nach Keramikmuseum, Regionalbibliothek und Musikschule, können wir uns nun auch die Bäume im Stadtgebiet nicht mehr leisten! Ausgerechnet an den Schulen müssen offenbar gesunde Baumriesen weichen! Was für ein Vorbild schaffen wir hier für unsere Kinder, die künftig aus ihren Klassenzimmern auf Beton und Teer blicken, während die Lehrkraft womöglich vom Respekt vor der Natur spricht? Auch wenn für "Ersatz" gesorgt wird - bis diese Bäume unsere Blicke im Lauf der Jahreszeiten auf sich ziehen, sind viele von uns bereits unter der Erde.

Nehmen wir doch die beliebten Christbäume aus Plastik, die nicht nadeln und nur einmalig Kosten verursachen, zum Vorbild: Mit einer künstlichen Außenbepflanzung wären wir die störenden Wurzeln und Blätter los! Fröhliches Sparen!

Irmi EckelWeiden

Prioritäten setzen zum Wohl der Bürger

Die Frage, wo Einsparungen und Ausgaben getätigt werden, beschäftigt diesen Bürger:

Da es meistens ums Geld der Bürger geht, müssen die Stadträte aber Prioritäten setzen, wie und wo man dem Bürger be- oder entlasten kann. Die Stadt Weiden hat es in der letzten Zeit sehr hart getroffen mit Neubau und Renovierung von Schulen, Schwimmbädern, Straßen und vielem mehr. Auch die Bezuschussung für Vereine und Organisationen musste gekürzt werden. Die Stadträte mussten auf Vorgaben der Regierung reagieren, oder um den Haushalt einigermaßen hinzubekommen.

Und nun mein Vorschlag: Finanzielle Zuschüsse an Städte und Gemeinden werden von der Regierung verteilt. Bringen Sie Ihren Unmut einmal bei einer Wahlveranstaltung vor und zwar, wenn vor einer Landtagswahl auch mal ein hochkarätiger Abgeordneter bei uns auftritt. Schauen Sie nicht ehrfurchtsvoll auf das Rednerpult, sondern stellen Sie ihm die Frage, wo das Geld und wie viel in Bayern verteilt wird. Und wie viel Gelder großzügigst und unnütz verbaut werden. Der Bund der Steuerzahler deckt jährlich haarsträubende Fehlausgaben auf. Diese werden zur Kenntnis genommen, aber weitgehend ignoriert. Solche Gelder könnten sehr gut als Sonderleistungen, wie sie zur Zeit in Weiden anfallen, verteilt werden. So könnten sehr viele Belastungen leichter geschultert werden.

Und vor allem gehen Sie zur Wahl und strafen Sie vielleicht mal Politiker ab, die vor der Wahl so einiges versprechen, aber nach der Wahl nicht einhalten. Geld ist genug da in der Staatskasse. Bei einem einigermaßen vernünftigen Sparhaushalt vonseiten der Regierung und damit einer vernünftigen Geldverteilung an Kommunen gäbe es solche Proteste, wie sie zur Zeit zur "Regi" stattfinden, nicht.

Günther MayerWeiden

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.