Zum Wohle der Bürger?
Briefe an die Redaktion

Das Hickhack im Bauausschuss und in der Stadtpolitik allgemein kommentiert dieser Leser:

Zum Wohle der Bürger der Stadt? Dieses Gefühl hat man schon lange nicht mehr, wenn man über die Stadtratsarbeit urteilen soll. Es wäre ja fast schon sinnvoll, Buch zu führen, wie da miteinander umgegangen wird, und dies seit Wochen, gar Monaten. Geradezu ein Hauen und ein Stechen. Gut, dass die Bürger dieser Stadt durch die Zeitung über diese Geschehnisse informiert werden. Und dabei erfahren wir ohnehin nur die Spitze des Eisbergs. Wie mag es da in den Sitzungen wohl tatsächlich zugehen? Mal wird wer zur Ordnung gerufen, mal telefoniert wieder ein anderer während einer Sitzung. Und die Presse schließlich kriegt auch noch ihr Fett weg. Jeder meint, er müsse zu allem seinen Senf dazugeben und wird kurz darauf wieder kräftig zerlegt. Gutes Beispiel die Stadtgalerie. Natürlich, sie muss jetzt durchgezogen werden, der Schandfleck kann so nicht länger leer bleiben. Aber nicht Augen zu und durch!

Weiterer Punkt ist die Kultur in der Stadt, über die die Stadtväter so trefflich Bescheid wissen. Wäre nur zu wünschen, dass sie selber die attraktiven Angebote ausnützen! In anderer Sache gingen sogar die Genossen aufeinander los. Wer hat jetzt eigentlich den Schwarzen Peter: der Stadtrat oder die Verwaltung? Und jetzt empfehlen sich Bürgermeister und Bürgerliste sogar gegenseitig, Nachhilfe zu nehmen. Es gibt doch wahrlich genügend andere Probleme wie die Finanzmisere der Stadt und die alles beherrschende Flüchtlingskrise. Und da braucht es bei aller kontroversen Diskussion einvernehmliche Lösungen und nicht unnötige Profilierungskünste einzelner. Vielleicht hilft mal ein Meditationswochenende mit allen Fraktionen und mit ordnender Hand, um wieder zu vernünftigen Umgangsformen zurückzufinden. Es wäre nur zu wünschen.

Wolfgang Lindner Weiden

Plattitüden zur Stadtentwicklung

Zum Bericht "Testsperrung der Sedanstraße erst 2018" vom 24. Oktober:

Was allein in diesem Vierspalter an Plattitüden zur Stadtentwicklung in Verbindung mit der Stadtgalerie wiedergegeben wird, zeigt auf, wie weit es damit in der Stadt Weiden gekommen ist. Ein Auszug: "Das Einkaufszentrum sei so konzipiert, dass es auf jeden Fall funktioniere, gleich, welche Verkehrsbedeutung den relevanten Teilen von Sedan- und Dr.-Pfleger-Straße zugewiesen werde". Ergebnis: die Testsperrung und der Testlauf erfolgen also erst, wenn die Stadtgalerie 2018 fertiggestellt ist!

Weiter: "Die Stadtgalerie habe ihre eigene Kraft ... ,Es ist wichtig, dass sie von der Innenstadt verstanden wird ... Die Galerie wird auch für sich alleine existieren.'" Geht noch was? Ja! "Die durch Fondara ausgelöste Entwicklung werde so schnell sein, dass ihr kein Gutachten folgen könne." Gerade deshalb hatte die BI "Unsere Stadt" schon 2011 ein Innenstadtentwicklungskonzept (aktuell: Masterplan) gefordert. Es sollte vor allem die Belange der Altstadt im Hinblick auf die Durchlässigkeit zwischen Galerie und Einkaufslagen am Oberen und Unteren Markt im Auge behalten. Da war vonseiten der Stadt aber bereits auf "Durchzug" geschaltet. Eigentlich könnte man sich den Ausführungen von Josef Wieder (Angemerkt, NT vom 24.10.2015) anschließen: "Die gesamt Innenstadt fitmachen und dazu eine Planungskultur entwickeln, die bei allen Beteiligten Vertrauen schafft". Dies wäre vor vier Jahren die perfekte Grundlage, vor allem was Vertrauen betrifft, gewesen. Stadtentwicklungsplanung kann so einfach sein!

Joachim StrehlWeiden

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