Zur Diskussion über die "Homo-Ehe":
"Homo-Ehe" und die Folgen für die Gesellschaft

In Artikel 6 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sind Ehe und Familie unter den "besonderen Schutz der staatlichen Ordnung" gestellt. Die Definition von Ehe zur Zeit der Erarbeitung unserer Verfassung hat sich bis heute nicht verändert. Ehe bedeutet in unserem Kulturkreis die auf Dauer angelegte Verbindung eines Mannes und einer Frau auf wirtschaftlicher und sexueller Grundlage. Im Katholizismus gehört zu einer gültig geschlossenen Ehe u. a. die Bereitschaft, Kindern das Leben zu schenken, wodurch sie "Keimzellencharakter" (Bonner Generalanzeiger) für die Gesellschaft besitzt. Deshalb wurde ihr Schutz in die Verfassung aufgenommen.

Eine homosexuelle Partnerschaft hat von Natur aus kein generatives Potenzial. Selbst wenn durch Manipulationen einer dienstwilligen Reproduktionsmedizin für die homosexuellen Partner ein Kind erzeugt wird, ist die Heterosexualität von Ei- und Samenzelle dabei nicht zu umgehen.

Der Begriff "Homo-Ehe" ist grundsätzlich falsch. Gemäß der Definition von Ehe kann es keine Ehe von Homosexuellen geben. Warum genügt den Homosexuellen nicht eine eingetragene Lebenspartnerschaft? Nicht wenige heterosexuelle Paare sind damit anscheinend zufrieden.

Auf der politischen Agenda der mächtigen Homosexuellen-Lobby steht die völlige rechtliche Gleichstellung von Homosexuellenpaaren mit der Ehe auch deshalb, weil ihre Absichten weiter reichen. Sie möchte das uneingeschränkte Adoptionsrecht für homosexuelle Paare durchsetzen. Aber selbst wenn die vorgestellten Ziele der Homosexuellenverbände erreicht wären, wäre das Gefühl eines gewissen Defizits bei den betroffenen homosexuellen Menschen nicht beseitigt, da dieses Empfinden in der Homosexualität selbst begründet ist.

Eine Verbindung zwischen "glücklich leben" und der Ehe gibt es nicht, wie in einem Interview in Ihrer Zeitung suggeriert wird. Das Glück ist nicht an rechtliche Strukturen gebunden. Das bestätigen sicher viele Paare in nichtehelichen Verbindungen.

Wenn die homosexuelle Lebenspartnerschaft der Ehe mit allen Rechten und Pflichten gleichgestellt wird, ist Artikel 6, Absatz 1 unseres Grundgesetzes in der Praxis nicht mehr existent. Ungleiches wäre gleichstellt. Unser Grundgesetz wäre ausgehöhlt. Ein kleiner, stiller Staatsstreich wäre gelungen.

Wenn mehr als 150 Prominente sagen "Es ist Zeit, die Ehe zu öffnen", dann sollten sie ehrlicherweise eine Grundgesetzänderung beantragen. Und im Bundestag sollten dann mit großem Ernst die Konsequenzen einer solchen Änderung, die auch das Kindeswohl betreffen, erörtert werden. Verlieren kann dabei nur die "klassische" Ehe und Familie. Die Gesellschaft wird die Folgen davon spüren. Oder kurz gesagt: Es wird an dem Ast gesägt, auf dem die ganze Gesellschaft sitzt.

Dr. Maria Macht , 92637 Weiden
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.