Aber wie? Schlafstörungen – Ursachen und Therapien
Schlafen Sie gut!

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Es ist eine Qual: Man wälzt sich von einer Seite auf die andere, es wird immer später – und morgen liegt ein anstrengender Tag vor einem! Der Schlaf will sich einfach nicht einstellen. Die Uhr tickt gnadenlos … Schlafstörungen werden lapidar oft als lästig abgetan, dabei ist guter Schlaf enorm wichtig für unsere gesundheit. Die Ursachen für Schlafstörungen sind vielfältig und verlangen nach individueller Therapie.

Besser schlafenMit diesen Tipps begünstigen Sie einen besseren Schlaf:

• Halten Sie jeden Tag regelmäßige Aufsteh- und Insbettgehzeiten ein
Regelmäßigkeit ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass sich die verschiedenen biologischen Rhythmen des Körpers aufeinander abstimmen können.

• Machen Sie tagsüber kein Nickerchen
Selbst ein relativ kurzer Mittagsschlaf von 30 Minuten führt zu einer starken Senkung des Schlafdrucks, was Ein- und Durchschlafstörungen in der Nacht verursachen kann. Auf keinen Fall nach 15 Uhr noch hinlegen. Achten Sie darauf, dass Sie auch abends vor dem Fernseher nicht eindösen.

• Trinken Sie zwei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr
Alkohol kann zwar zu leichterem Einschlafen verhelfen, beeinträchtigt aber gravierend die Schlafqualität. Schon relativ geringe Mengen führen zu einer deutlichen Verschlechterung der Schlaferholsamkeit.

• Rauchen Sie nach 19 Uhr nicht mehr
Nikotin wirkt sich auf den Schlaf ähnlich negativ wie Koffe in aus. Vor allem die Wechselwirkung aus Nikotin und Alkohol wirkt schlafstörend.

• Vermeiden Sie körperliche Überanstrengungen nach 18 Uhr – gehen Sie aber grundsätzlich am Tage sportlichen Aktivitäten nach
Nach einer starken körperlichen Anstrengung dauert es mehrere Stunden, bis die Aktivierung des Körpers wieder abgeflaut und die Körpertemperatur wieder gesunken ist.

• Vermeiden Sie nachts auf die Uhr zu schauen

Der Blick zur Uhr löst meist gedankliche und körperliche Reaktionen aus, raubt den Rest der Gelassenheit gegenüber dem Schlaf und baut Leistungsdruck auf. Stellen Sie Ihren Wecker so, dass Sie ihn nicht sehen können.

Schlafqualität ist entscheidend


Schlaf ist weitaus mehr als ein Erschöpfungszustand, bei dem wir das Bewusstsein verlieren. Schlaf ist neben körperlicher Erholung auch und gerade für die Psyche von großer Wichtigkeit. Denn während wir schlafen schaffen wir Ordnung in unserem Gehirn, verarbeiten das Erlebte vom Tage. Wie wichtig Schlaf ist, zeigt sich an den Auswirkungen bei Schlafentzug: nachlassende Konzentration, verminderte geistige Leistungsfähigkeit – auch Atmung, Herzschlag, Blutdruck und Stoffwechsel geraten durcheinander je länger der natürliche Rhythmus von Schlafen und Wachen gestört ist. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass jeder Mensch ein unterschiedliches Schlafbedürfnis hat, es richtet sich nach Veranlagung, Alter und Gewohnheiten. Entscheidend ist nicht die Dauer des Schlafes, sondern die Schlafqualität.

Die verschiedenen Schlafphasen


Die Wissenschaftler haben den Schlaf inzwischen sehr gut entschlüsselt, demnach gibt es zwei Stadien, in denen das zentrale Nervensystem und verschiedene Körperfunktionen beteiligt sind. Je nachdem wie aktiv oder weniger aktiv bestimmte Funktionen sind, lässt sich Erholung und Regeneration definieren. Das eine Stadium wird als der REM-Schlaf bezeichnet, hier bewegen sich die Augen unter den geschlossenen Lidern schnell hin und her. Lebhafte Träume sind charakteristisch. Das Gegenstück dazu ist der NREM-Schlaf, der sich wiederum in vier Phasen aufteilt: zwei Leichtschlafphasen und zwei Tiefschlafphasen. Diese wiederum lösen einander mit dem REM-Schlaf mehrmals in der Nacht ab. Für die Erholungsfunktion des Schlafes ist jede Phase wichtig.

Insomnie – die Schlaflosigkeit


Schlafen ist ein hoch sensibler Vorgang, fein abgestimmte Nervensignale im Gehirn steuern die verschiedenen Schlafstadien. Werden Nervenbotenstoffe beeinträchtigt, ist auch der natürliche Schlafrhythmus beeinträchtigt. Kaffee, Nikotin oder Alkohol können den REM-Schlaf und auch Tiefschlaf negativ beeinflussen. Eine besondere Funktion beim Schlafen kommt der Psyche zu: Der gesamte Organismus kommt nicht zur Ruhe, wenn Stresshormone ausgeschüttet werden – produziert, weil etwa ungelöste Probleme, Konflikte und Belastungen geistige Unruhe stiften. Wer unter Schlafproblemen leidet, hat meist eine Insomnie; der medizinische Ausdruck für Schlaflosigkeit, die schlicht und ergreifend durch zu wenig Schlaf gekennzeichnet ist. Betroffene können schlecht einschlafen und wachen mehrmals nachts auf. Während bei einer primären Insomnie keine konkreten Ursachen ausgemacht werden können, liegen bei einer sekundären Insomnie konkrete Auslöser vor: falsche Schlafgewohnheiten, äußere Störfaktoren, körperliche, neurologische oder psychische Erkrankungen.

Individuelle Therapiemöglichkeiten


Gelegentlich schlecht schlafen, das muss noch kein gesundheitliches Alarmzeichen sein. Wenn die Schlafprobleme jedoch länger anhalten ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, nach den Ursachen zu forschen und eine individuelle Therapie anzustreben. Im besten Falle sorgt bereits ein veränderter Lebensstil mit entsprechender Schlafhygiene für Besserung. Auch Entspannungstechniken können bei schwächer ausgeprägten Schlafproblemen hilfreich sein. In hartnäckigen Fällen haben sich kognitive Verhaltenstherapien bewährt. Schlaftabletten hingegen sind kritisch zu bewerten, da sie letztendlich nur das Symptom, jedoch nicht die Ursache angehen. Zudem ist die Gefahr der Abhängigkeit groß.