Altwerden – das heißt nicht zwangsläufig Krankheiten und schwindende Lebensfreude
Das Alter genießen

(Foto: Fotolia)
 
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Früher oder später folgt der Blick in den Spiegel und die Erkenntnis: „Ich bin alt geworden.“ Doch was bedeutet dieses Älterwerden eigentlich? In der heutigen Zeit 60 Jahre alt zu sein ist etwas anderes, als vor 20 Jahren dieses Alter erreicht zu haben. Dem medizinischen Fortschritt sei Dank. Fest steht, damals wie heute, dass das Alter höchst individuell ist – und deshalb kann auch jeder etwas für sich und seine Lebensfreude im Alter tun.

Bewegung hält nicht nur fit, sondern ist vor allem ein wichtiger Faktor für eine sinnvolle Gesundheitsvorsorge. Zur Verbesserung der körperlichen und geistigen Konstitution sind geeigneter Sport und Bewegung unverzichtbare Mittel. Regelmäßige Bewegung ohne Leistungsdruck beugt Alterserscheinungen vor und hilft sogar, bestimmte Krankheiten zu lindern. Neben der körperlichen Fitness geht es auch um den Erhalt einer ausgeglichenen seelischen Verfassung. Aktivitäten in der Gemeinschaft fördern und stabilisieren soziale Kontakte und machen mehr Spaß als alleine.

Schwimmen und Walken sind gerade für ältere Menschen besonders zu empfehlen. Beide Sportarten sind sehr gelenkschonend und eignen sich hervorragend dazu, auf sanfte Weise fit zu bleiben ohne dem Körper nachträglich zu schaden. Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, der achtet beim Sport auf seinen Puls. Je nach Lebensalter gelten unterschiedliche Werte als idealer Belastungspuls – Experten raten zu 180 Schlägen pro Minute minus Lebensalter. Ein 50-Jähriger hätte somit einen Belastungspuls von 130 Schlägen pro Minute. Wer jedoch lediglich „sein Fett wegkriegen“ will, liegt mit einer Herzfrequenz von 120 bis 140 richtig.

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, gehört zu den großen Volkskrankheiten. Mehr als fünf Millionen Menschen sind allein in Deutschland davon betroffen. Das Gefährliche an dieser Erkrankung ist ihr unauffälliges und schleichendes Wachstum. Meist bleibt Osteoporose so lange unerkannt, bis die ersten schweren Folgen eintreten: Die Knochen werden porös und können bereits bei geringster Belastung, zum Beispiel bei einem Sturz, brechen. Die Vorbeugung ist deshalb für alle Menschen, besonders aber für Personen mit erhöhtem Osteoporose-Risiko, extrem wichtig. Neben regelmäßiger körperlicher Bewegung sollte man vor allem auf eine kalziumreiche
Ernährung achten. Kalzium ist ein unentbehrlicher Baustein des menschlichen Körpers, der den Aufbau und Erhalt der Knochenmasse fördert. Besonders viel Kalzium steckt in Milch und Milchprodukten wie Joghurt, Quark oder Käse.

Auch aus medizinischer Sicht kann einiges für ein glückliches Leben in höherem Alter getan werden. Mit zunehmendem Alter lässt sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Hormonproduktion nach und der Hormonspiegel sinkt. Darunter leiden die Leistungsfähigkeit und Vitalität, es kommt zu Befindlichkeitsstörungen, Beschwerden und sogar zu ernsthaften Erkrankungen. Denn Hormone beeinflussen unter anderem die Durchblutung des Gewebes und die psychische Stabilität, sie stärken und verjüngen die Haut. Deshalb werden von geschulten Medizinern Hormonersatztherapien angewandt. Denn mit einer gezielten und professionellen Hormontherapie können auch im Alter Stimmung, Vitalität, Leistungsfähigkeit und Lebenskraft verbessert werden.

Die Psyche hat einen großen Einfluss auf unseren Alterungsprozess. Dies ist zumindest das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der „University of Texas“. Ziel war es herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen positiven Gefühlen und dem Einsetzen von Gebrechlichkeit besteht. Zu Beginn der Studie waren alle Teilnehmer vergleichsweise gesund. Den Alterungsprozess maßen die Mediziner an zunehmender Gebrechlichkeit. Dabei beobachteten sie, ob die Testpersonen abgenommen hatten, wie ausdauernd und leistungsfähig sie waren und wie schnell sie gehen konnten. Das Ergebnis: Das Risiko, gebrechlich zu werden, ist geringer, wenn man glücklich altert. Ein Mensch, der zufrieden mit sich ist, fühlt sich wohler und hat gleichzeitig mehr Lust auf aktives Leben und Bewegung. Das beeinflusst unsere Gesundheit in einem erheblichen Maße. Positives Denken ist also ein erster wichtiger Schritt, um den Zeichen der Zeit entgegen zu treten.

Wenn man längere Zeit im Bett liegt, werden die Muskeln schlaff. Nicht anders ist es mit dem Gehirn: Nur steter intensiver Gebrauch hält dieses Wunderwerk fit. Da die Formbarkeit des Gehirns ein Leben lang anhält, sind die Voraussetzungen zum Lernen und zu einem guten Gedächtnis bis ins hohe Alter gegeben. Aber nicht nur gezielte Übungen und Spiele wie beispielsweise Sudoku oder Memory halten den Geist in Schwung – auch der Austausch mit anderen Menschen ist ein unverzichtbares Gehirn-Training. Denn Kommunikation hält lebendig und regt zum Nachdenken an. Auch Theater- oder Museumsbesuche erfrischen den Geist. Wer jetzt noch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet, der kann auch mit 80 genauso fit im Kopf sein wie mit 18.
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