Anschreiben, Lebenslauf und Mappe – Was eine gute Bewerbung ausmacht und worauf Jobanwärter besonders achten sollten
Vom Foto bis zum Lebenslauf

Einzigartig, aber nicht zu ausgefallen: Eine gute Bewerbungsmappe zusammenzustellen, ist eine Gratwanderung. (Foto: dpa)
(dpa/tmn)

Beim Schreiben einer Bewerbung kommen viele ins Grübeln: Einerseits wollen sie sich von den Konkurrenten absetzen, andererseits dürfen die Unterlagen nicht zu ausgefallen sein. Wie diesen Spagat meistern? Auf diese Punkte sollten Bewerber achten:

■ Anschreiben: Was kann ich der Firma bieten? Das sollte der Arbeitgeber aus dem Anschreiben erfahren. Anfang und Ende des Textes sind dabei entscheidend, erklärt die Karriereberaterin Svenja Hofert. Diese Sätze bleiben in der Regel im Gedächtnis der Personaler hängen.

Der Text darf maximal eine Seite lang sein. Jedes Unter- nehmen verdiene dabei ei- nen individuellen Einstieg, meint der Kölner Bewerbungsberater Jürgen Zech. „Immer dasselbe an verschiedene Unternehmen zu schreiben, passt häufig nicht.“ Am Anfang des Anschreibens sollte ein Bezug zwischen Bewerber und Unternehmen hergestellt wer- den. Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich...“ sind ebenso vermeidbar wie ein erster Satz, der mit „Ich“ beginnt. Stattdessen könnte ein schönes Anschreiben etwa so beginnen: „Wenn Sie einen aufgeweckten Azubi suchen, dann...“

Plattitüden sollten aber vermieden werden, warnt Hofert: „Ich fliege gerne Lufthansa, ich fahre einen BMW und bewerbe mich deshalb – das ist vollkommener Quatsch. Dann doch lieber einen kreativen Satz aus der eigenen Vita nehmen.“ Hobbys zum Beispiel könnten zum Vorteil genutzt werden, wenn sie einen Zusammenhang herstellen: „Ich will Motorradmechaniker werden und schraube selbst an meiner Kiste, das ist schon ein nettes Hobby“, gibt Zech ein Beispiel.

■ Lebenslauf: Auch im Lebenslauf suchen Personaler nach Anknüpfungspunkten zwischen Bewerber und Firma. Zech rät: „Man sollte gezielt gucken, welche Kernkompetenzen gefordert sind. Gibt es etwas, das mich mit dem Unternehmen verbindet?“ Diese Punkte im Lebenslauf werden dann ausführlich dargestellt.

Wegen kleineren Lücken sollten sich Bewerber keine Sorgen machen. Aber auch sie sind vermeidbar. „Man ist mit der Schule seit zwei Jahren fertig und hat gejobbt – dann ist das gut, das anzugeben“, sagt Zech. Das zeige, dass Jugendliche schon gearbeitet haben. Ähnlich sieht das Svenja Hofert: „Zwei Jahre die Großmutter zu pflegen, ist auf jeden Fall besser, als gar nichts dort stehen zu haben.“ Eine Weltreise oder eine Weiterbildung kann man ruhig hineinschreiben. Aber immer dran denken: ehrlich bleiben. Kommt im Vorstellungsgespräch das Thema auf die Angabe, müssen Bewerber etwas dazu sagen können.

Was Bewerber gerne in der Freizeit machen, müssen sie nicht zwingend angeben. Mit manchen Hobbys können Jobanwärter aber durchaus punkten. Wer viel reist und darauf hinweist, zeigt Weltoffenheit, Sportler weisen auf ihre aktive Ader hin. Kritische Aktivitäten wie die Zucht von Kampfhunden unterschlagen Jobsuchende dagegen besser, sagt Svenja Hofert. Das werde häufig nicht gern gesehen.

■ Foto: Dynamisch, seriös, sympathisch: Auf einem Bewerbungsfoto kann sich ein Jobanwärter genauso zeigen, wie er ist – oder sein will. Ausländische Unternehmen wollen in der Regel kein Bild haben, sagt der englische Karrierecoach Julian Simons. „Grundsätzlich ist ein Bewerbungsfoto da ein Tabu.“ Anders bei deutschen Firmen: Dort sollten Bewerber großen Wert auf gute Bilder legen, rät Zech. Das Geld ist in einen professionellen Fotograf gut angelegt. Absolutes No-Go: das Urlaubsfoto. Das Bild sollte deutlich größer als ein Passbild sein, die Kleidung zur Berufsgruppe passen.

■ Bewerbungsmappe: Die perfekte Mappe besteht mittlerweile aus sauber gestalteten Online-Dokumenten, erklärt Zech. Immer mehr Firmen fordern die Unterlagen auf digitalem Wege an. Besteht ein Arbeitgeber doch auf der Papierform, reiche eine schlichte Mappe mit Klarsichtoberfläche. Dadurch kann der Personaler gleich das Foto des Bewerbers sehen. Texte in allen Unterlagen sollten mindestens Schriftgröße zwölf haben.

■ Social Media: Facebook-, Twitter- und Xing-Accounts anzugeben, kann von Vorteil sein – allerdings nur, wenn die Profile ein gutes Bild vom Bewerber vermitteln. „Wenn mein Account vorzeigbar ist, würde ich das angeben“, sagt Hofert. Informationen sollten aber nur in Maßen von sich preisgegeben werden. Und: Es darf keine Differenzen zur eigentlichen Bewerbung geben, schränkt Zech ein. „Social Media muss genauso gepflegt sein wie der Lebenslauf, die Daten müssen exakt übereinstimmen.

Bewerbung auf EnglischUnternehmen schreiben nicht nur ihre Stellen immer häufiger auf Englisch aus, sondern fordern gleichzeitig englischsprachige Bewerbungen. „Für bestimmte Branchen macht das durchaus Sinn, im Vorfeld eine Bewerbung auf Englisch vorzubereiten“, sagt Karrierecoach Julian Simons. Dazu sollten Jobsuchende nie die deutsche Bewerbung einfach nur übersetzen, sondern neu formulieren. Das Anschreiben ist im Englischen deutlich kürzer als im Deutschen, der Lebenslauf dafür umso ausführlicher. Er ist nicht tabellarisch, sondern ausformuliert: „Es geht darum, viele kleine Storys zu erzählen!“. Welche Erfolge habe ich für ehemalige Arbeitgeber erzielt? Wie habe ich sie erreicht? „Es geht darum, zu vermitteln, dass Sie der Firma Nutzen bringen.“




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