Auschwitz-Prozess in Detmold
Prozess gegen NS-Wachmann "überfällig"

Detmold. Der Auschwitz-Prozess in Detmold gegen einen früheren SS-Wachmann ist aus Sicht von Überlebenden des Vernichtungslagers eine längst überfällige Korrektur jahrzehntelangen Justizversagens. Der Angeklagte (94) war als junger Mann in Auschwitz im Einsatz. Von heute an muss er sich wegen Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen vor dem Landgericht Detmold verantworten.

Nebenkläger berichteten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, es sei für sie von besonderer Bedeutung, vor einem deutschen Gericht schildern zu können, was der Holocaust ihren Familien angetan habe. "Dieser Prozess hätte schon vor 40, 50 Jahren stattfinden müssen. Aber auch jetzt ist es nicht zu spät", sagte Justin Sonder (90), der als Jugendlicher das nationalsozialistische Konzentrationslager überlebte.
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