Benimm-Expertin nimmt Stellung zum Jogginghosen-Verbot
"Kleidung ist ein Statement"

Jogginghosen sind bequem. Aber sollte man sie auch außerhalb der Freizeit tragen? Das sehen manche kritisch.
Umstrittene Jogginghose: Eine Benimm-Expertin aus dem Südwesten hält nicht wirklich viel vom Verbot des Schlabberbeinkleids an den Schulen. Sie plädiere stets dafür, mit den Kindern und Jugendlichen über die angemessene Kleidung für den Unterricht zu reden, sagt Gudrun Nopper in Stuttgart.

In der Regel werde den meisten von ihnen - früher oder später - auch klar, dass Jogginghose und Schule einfach nicht zusammenpassen, meint die Knigge-Fachfrau, die mit ihren Benimm-Kursen vor allem an Schulen unterwegs ist.

Verbote sieht sie skeptisch, da sie schnell auch Trotzreaktionen auslösten. "Viele Jugendliche machen sich gar keine Gedanken darüber, wie sie auf andere wirken", sagte Nopper. Ihnen sei dann eben nicht klar, dass eine Jogginghose das Zeichen setzt: "Ich bin im Freizeitmodus."

Und das könnten die Schulen ja nicht wollen, sagte Nopper zum kürzlich bundesweit diskutierten Jogginghosen-Verbot in Schwieberdingen (Baden-Württemberg). Die Hermann-Butzer-Schule dort duldet schon seit Jahren keine Jogginghosen mehr, schließlich sei die Schule "keine Chillout-Zone", so Schulleiterin Ilse Riedl. Eine benachbarte Schule will jetzt nachziehen.

"Kleidung ist ein Statement, eine Botschaft", sagte Nopper. "Sie prägt die Wahrnehmung der anderen." Wenn den Kids das erst klar sei, kämen die meisten selbst auf die Idee, etwas anderes als Jogginghosen anzuziehen. "Die Jugendlichen entscheiden selbst, welches Bild die anderen Menschen von ihnen haben."
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