Bewegung und warme Fußbäder helfen
Eisfüße im Winter

Mit Fußbädern lassen sich Eisfüße wieder auftauen. (Foto: tmn)
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Schnee, Eisblumen am Fenster und warmer Tee: Der Winter kann so schön und so gemütlich sein. Wären da bloß nicht die dauernd kalten Füße. Dagegen lässt sich etwas machen. Am besten befolgt man die Tipps, die schon die eigene Großmutter gegeben hat.

Eigentlich ist der Winter eine schöne Jahreszeit, doch er hat einen entscheidenden Nachteil: Wenn es kalt wird, fangen wir an zu frieren. Besonders an den Füßen. Das ist lästig, zum Glück aber meistens harmlos. Am besten hält man sich an die Ratschläge aus Großmutters Zeiten: passendes Schuhwerk, Wollsocken und warme Fußbäder. Wer ständig kalte Füße hat - auch bei milden Temperaturen - sollte allerdings untersuchen lassen, ob eine Durchblutungsstörung oder eine andere Krankheit dahintersteckt.

Auch wenn es sich unangenehm anfühlt: Frieren ist ein ganz normaler und nützlicher physiologischer Vorgang. «Unser Körper arbeitet immer ergonomisch», erklärt Monika Baumann, Ärztin für Physikalische Medizin aus München. «Prinzipiell wird durch die Kreislaufversorgung der ganze Körper durchblutet, das Blut wird aber vermehrt dorthin geschickt, wo es gerade am dringendsten benötigt wird.»

An erster Stelle stehen das Gehirn und die lebenswichtigen Organe im Brust- und Bauchraum. In diesen Körperregionen wird die Temperatur konstant auf 37 Grad gehalten. Arme und Beine dürfen etwas kühler werden. «Wenn man die Füße gerade nicht braucht, beispielsweise weil man lange im Büro sitzt, werden sie nicht so stark durchblutet und kühlen dadurch ab», sagt Baumann. Sie empfiehlt Büro-Frierern, ab und zu kurz aufzustehen und durch den Raum zu laufen oder Kniebeugen zu machen. Dann pumpt der Körper auch wieder Blut in die Füße.

Gerade junge Frauen klagen häufig über kalte Füße. Tatsächlich scheinen Männer grundsätzlich weniger kälteempfindlich zu sein als Frauen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Frauen schon deutlich früher anfangen zu frieren als Männer, wenn die Umgebungstemperatur sinkt. «Etwa fünf Grad über der Temperatur, bei der es Männern kalt wird», erklärt Baumann. Als Ursachen werden der im Schnitt etwas niedrigere Blutdruck und die geringere Muskelmasse bei Frauen vermutet. Muskelmasse wirke nämlich wie ein kleiner Ofen.

Neben den körperlichen Ursachen beeinflussen auch äußere Faktoren die Temperatur unserer Füße. Wer dünne, wasserdurchlässige Schuhe oder Kunststoffsocken trägt, muss sich im Winter über Eisfüße nicht wundern. Baumann empfiehlt Schuhe aus Naturmaterial, die bei nassem Wetter eine Gummisohle haben sollten und bei sehr kalten Temperaturen auch mit Fell gefüttert sein dürfen.

Für Jens Wagenknecht, Hausarzt aus Varel, gibt es eine einfache Regel: «Morgens schauen, wie das Wetter ist, und danach entscheiden, ob man eine dünne oder eine dicke Socke und möglicherweise Einlagen in den Schuhen braucht.» Wagenknecht rät davon ab, mehrere Lagen Socken übereinander tragen: «Dann fängt man an zu schwitzen, und das ist für die Wärmeregulation des Körpers ungünstig.»

Ein beliebtes Mittel, kalte Füße, wieder warm zu bekommen, sind aufsteigende Fußbäder. Dabei sollte man die Füße zunächst in lauwarmes Wasser stellen und alle paar Minuten vorsichtig heißes Wasser zugießen, bis nach etwa 15 Minuten eine Wassertemperatur von 41 bis 42 Grad erreicht ist.

Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker empfiehlt Menschen, die ständig kalte Füße haben, jeden Tag so ein Fußbad zu nehmen, auch im Sommer. «In der Naturheilkunde behandeln wir kalte Füße mit hoher Priorität», erklärt sie. «Menschen mit einem chronischen Kaltfußsyndrom haben auch häufig Probleme mit dem Urogenitaltrakt, sie neigen stärker zu Blasenentzündungen und Frauen mit kalten Füßen berichten von deutlich mehr Menstruationsbeschwerden.»

Eindeutige Studien zu solchen Zusammenhängen gebe es zwar nicht, sie habe in ihrer Praxis aber die Erfahrung gemacht, dass sich chronische Beschwerden im Unterleib bessern und das Immunsystem gestärkt wird, wenn man die kalten Füße behandelt, sagt Hilpert-Mühlig.

Grundsätzlich sind kalte Füße kein Grund zur Sorge. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Füße unterschiedlich warm sind oder sich verfärben, warnt Wagenknecht. Dann steckt dahinter möglicherweise eine Gefäßverengung, die den Blutdurchfluss vermindert. Ausgelöst beispielsweise durch langjähriges Rauchen oder Diabetes.

Mit einer Druckmessung an den Knöcheln, der Doppler-Sonographie, stellt der Hausarzt fest, ob die Füße ausreichend durchblutet sind. Daraus lasse sich eine erste Vermutung ableiten, die dann über eine Angiographie - ein bildgebendes Verfahren zur Gefäßdarstellung - abgesichert wird, erklärt Wagenknecht. Wenn Menschen ständig frieren, sollten sie außerdem abklären, ob sie an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Auch könnten manche Arzneimittel - wie beispielsweise Beta-Blocker - das kalte Gefühl an den Füßen und Händen verstärken.

In der Regel ist aber einfach der Winter und ein niedriger Blutdruck schuld an den Eisfüßen. Wagenknecht hat hier eine klare Empfehlung: regelmäßig Sport treiben. «Wenn man sich bewegt, gehen die Gefäße auf, der Körper wird gleichmäßig durchblutet, und auch die Hände und Füße werden warm.»
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