Deutsche trinken im Durchschnitt drei Tassen Kaffee am Tag
Der Deutschen liebstes Heißgetränk

(Foto: Symbolbild dpa)

Deutschland ist Kaffeeland: 85 Prozent der Bundesbürger trinken – zumindest ab und zu – den schwarzen Koffeinspender. Laut einer Veröffentlichung des Unternehmens RetailMeNot trinken die Deutschen am liebsten Filterkaffee mit Milch und ohne Zucker und im Schnitt drei Tassen am Tag.

Der Kaffeekonsum hierzulande ist auch eine Generationsfrage: Die größten Kaffeefans sind die über 50-Jährigen, von denen stolze 94 Prozent ihren Koffeindurst mit durchschnittlich 3,3 Tassen pro Tag stillen. Bei den unter 30-Jährigen lässt die Beliebtheit hingegen stark nach. Täglich konsumieren sie eine ganze Tasse weniger als der Schnitt – jeder dritte von ihnen (33 Prozent) verzichtet sogar ganz auf das schwarze Heißgetränk.

Sachsen-Anhalt trinkt am meisten


Die größten Kaffeeliebhaber des Landes sind die selbsternannten „Frühaufsteher“. Die Sachsen-Anhaltiner nehmen über den Tag hinweg durchschnittlich 3,5 Tassen zu sich. Bei den direkten Nachbarn in Thüringen ist das ganz anders – diese begnügen sich mit gerade einmal 2,3 Tassen täglich und sind damit bundesweites Schlusslicht.

Jeden zweiten Kaffeetrinker (54 Prozent) macht das Heißgetränk glücklich – und das bedeutet Suchtgefahr! Fast jeder Fünfte (18 Prozent) meint, von dem Schwarzgetränk abhängig zu sein. Doch hoher Kaffeekonsum führt in Deutschland nicht automatisch zu hohen Kosten. Um Geld zu sparen kocht sich fast die Hälfte der Kaffeefans in den neuen Bundesländern (49 Prozent) ausschließlich Kaffee zu Hause (36 Prozent im Westen). In den alten Bundesländern lohnt es sich hingegen, auf den Kaffee im Büro zu warten: Für jeden Dritten (34 Prozent) ist der dort nämlich umsonst (nur 22 Prozent im Osten).

Am liebsten traditionell


Die deutschen Liebhaber der schwarzen Bohne trinken am liebsten den traditionellen Filterkaffee (46 Prozent). Mehr als die Hälfte (54 Prozent) gibt gern einen Schluck Milch dazu – fast jeder Dritte (31 Prozent) bevorzugt seinen Kaffee hingegen schwarz. Und fast zwei Drittel (63 Prozent) genießen ihn ungesüßt.

Umweltsünder "Pappe"In Deutschland werden pro Jahr 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher verbraucht. Allein in Berlin gehen jeden Tag rund 460.000 Kaffee-Einwegbecher über die Ladentheken - das sind 170 Millionen Stück jährlich. Die Wegwerfbecher aus Pappe und Kunststoff verbrauchen wertvolle Rohstoffe und verschmutzen Parks und Gehwege. In der Hauptstadt fallen pro Jahr 2.400 Tonnen Abfall durch Coffee to go-Becher an. "Coffee to go-Becher sind neben der Plastiktüte das Symbol der modernen Wegwerfgesellschaft und schaden der Umwelt erheblich. Dabei müsste der Kaffee für unterwegs gar kein Umweltproblem sein. Es gibt inzwischen sehr gute Mehrwegbecher, die schön aussehen, leicht, absolut dicht und tausendfach wiederverwendbar sind. Einwegbecher können da nicht mithalten", sagt Thomas Fischer, der bei der Deutschen Umwelthilfe die Abteilung für Kreislaufwirtschaft leitet. Die DUH hat ausgerechnet, dass für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Einwegbecher 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser und 11.000 Tonnen Kunststoff notwendig sind. Außerdem verbraucht ihre Herstellung eine Energiemenge, mit der sich die Einwohner der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern Schwerin ein Jahr lang versorgen ließen. (dpa)

Kapsel- und Pad-Automaten immer beliebter


Hinter der Filtermaschine haben sich die Kapsel- und Pad-Automaten auf Platz zwei etabliert. Jeder Vierte bereitet seinen Kaffee inzwischen am liebsten auf diese Art zu. Bei der jüngeren Generation ist er sogar bereits genauso populär wie Filterkaffee. Fast jeder Dritte (31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen) holt sich seine Koffein-Dosis am liebsten mit Hilfe von Senseo oder Nespresso. Die italienischen Kaffee-Klassiker auf Espresso-Basis, wie z. B. der Cappuccino oder Latte Macchiato, werden von mehr als jedem Fünften (21 Prozent) am liebsten getrunken. Vor allem in den Großstädten Berlin und Hamburg sind sie beliebte Koffein-Quellen – in der Hauptstadt werden sie von 35 Prozent und in der Hansestadt von 32 Prozent getrunken. Bei den Berlinern sind sie damit sogar die beliebteste Kaffeevariante.

„Pappbecher-Steuer“ stößt auf offene Ohren


Die Coffee-to-go-Kultur führt auch in Deutschland zu wachsenden Bergen von Pappbechern – daher fordern Umweltpolitiker der Berliner SPD eine Steuer von bis zu 20 Cent pro Becher. Jeder dritte Kaffeetrinker (33 Prozent) wäre bereit, eine solche „Pappbecher-Steuer“ zu zahlen. Sieben von Zehn (69 Prozent) würden ihr eigenes Trinkgefäß in den Coffeeshop mitbringen, um den Verpackungsmüll zu reduzieren und die Umwelt zu schonen.

Wie der Kaffee nach Europa kamAls ursprüngliche Heimat des Kaffeebaums gilt die Provinz Kaffa im Süden Äthiopiens. Umherziehende Nomaden kauten die Früchte. Auch die Idee, aus Kaffeebohnen ein stimulierendes Getränk zuzubereiten, stammt aus Afrika. Spätestens bis zum 15. Jahrhundert kamen dann auch Araber auf den Geschmack. Vor allem der heutige Jemen setzt damals auf den Anbau von Kaffee und den Export. Die Hafenstadt Mokka wird Hauptumschlagplatz. Mit der Pilgerfahrt nach Mekka findet Kaffee in der islamischen Welt immer mehr Liebhaber.

Orientreisende interessieren sich im 16. Jahrhundert immer mehr für den Kaffeegenuss. 1582 schreibt ein Augsburger Arzt nach seiner Reise in den Vorderen Orient über die Wirkung. Ein venezianischer Kaufmann wittert ein gutes Geschäft und führt den Kaffee Anfang des 17. Jahrhunderts in seiner Heimat ein: 1647 eröffnet in Venedig das berühmte «Café Florian». 1652 hat London sein erstes Kaffeehaus, 1671 folgt Marseille, 1673 Bremen, 1677 Hamburg und 1683 Wien. Kaffeehäuser werden zum Treffpunkt für Künstler und Gelehrte. Araber und Türken hüten die Kaffeeproduktion wie ein Staatsgeheimnis. Doch geschäftstüchtige Niederländer gelangen mit List und Bestechung an die Pflanzen und ziehen sie in Gewächshäusern.

Zur Wende zum 18. Jahrhundert beginnen sie mit der Anpflanzung in ihren Kolonien, zum Beispiel im heutigen Sri Lanka und in Surinam. Portugal folgt in Brasilien, England auf Jamaika, Spanien unter anderem in Guatemala, Mexiko, Kolumbien und auf Puerto Rico. In Europa bleibt das Getränk zunächst ein Luxus. In Deutschland wird Kaffee mit Beginn der Industrialisierung aber auch zum Nahrungsersatz für breitere Schichten der Bevölkerung: Arme Leute löffeln Kaffee-Brotsuppe gegen Hunger und Erschöpfung. (dpa)

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