Diese Folgeerkrankungen können auf das Rauchen zurückgeführt werden
Wie gefährlich ist rauchen wirklich?

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Ob Raucher oder Nichtraucher, die meisten sind sich bewusst, dass Zigaretten gesundheitsschädlich sind. Beim Inhalieren des Tabakrauchs schädigen das Nikotin und andere in der Zigarette enthaltene Schadstoffe fast jedes Organ im Körper und können sogar die DNA der Körperzellen beeinträchtigen. Studien der Weltgesundheitsorganisation zufolge sterben jährlich rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Damit handelt es sich beim Rauchen um das schwerwiegendste gesundheitliche Risiko, das freiwillig eingegangen wird.

Neben dem Suchtstoff Nikotin enthält eine Zigarette über 4.000 weitere chemische Substanzen, von denen mehr als 70 in Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Als besonders gesundheitsschädigend gelten Teerstoffe, Benzol, Kohlenmonoxid, Blausäure und Chrom.

Nikotin - das giftige Suchtmittel


Bei Nikotin handelt es sich um ein Hauptalkaloid der Tabakpflanze, das durch Inhalieren sehr schnell zum Gehirn gelangt. Nikotin wirkt stimulierend auf das zentrale Nervensystem und setzt die Transmitter Noradrenalin und Vasopressin frei. Vasopressin sorgt dafür, dass die Blutgefäße sich verengen, was sich äußerlich in kalten Füßen und Händen äußert. Durch eine Aktivierung des Parasympathikus wird die Verdauung angeregt und Nahrung wird schneller verstoffwechselt.

In niedrigen Dosen wirkt Nikotin anregend, in höheren Dosen hat es eher eine beruhigende und muskelentspannende Wirkung. Da der Konsum von Nikotin Glücksgefühle erzeugt, kann er langfristig süchtig machen.


Doch Nikotin wird auf der anderen Seite ebenfalls als starkes Gift bezeichnet, welches die Ganglien des vegetativen Nervensystems blockieren kann. Nikotin kann zur Verkalkung der Blutgefäße beitragen und erhöht das Thrombose Risiko. Die Entstehung von verschiedenen Krebsarten kann ebenfalls durch den Konsum von Nikotin begünstigt werden. In einer handelsüblichen Zigarette sind rund 13 mg Nikotin enthalten, von denen 1 bis 2 mg pro Zigarette vom Körper aufgenommen werden.

Teerstoffe und Kohlenmonoxid



Wer Zigaretten raucht, nimmt nicht nur Nikotin auf, sondern inhaliert zusätzlich kleine Rußteile,
die aus einer Verbindung von Kohlenstoff bzw. Kohlenwasserstoff bestehen. Die Teerstoffe lagern sich in der Folge in den Bronchien, der Luftröhre, der Speiseröhre und der Mundhöhle ab. Diese Ablagerungen begünstigen die Entstehung von Geschwüren und Krebserkrankungen.

In Tabakrauch befindet sich zudem und zwei Volumenprozent Kohlenmonoxid. Bei Kohlenmonoxid handelt es sich um ein Atemgift, das eine Blockade des Blutfarbstoffs Hämoglobin
bewirkt und dadurch einen Sauerstoffmangel im Blut verursacht. Die Folge sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Schwindel. Besonders für ungeborene Babys im Mutterleib kann das Kohlenmonoxid sehr gefährlich sein und zu Frühgeburten, Entwicklungsstörungen und einem geringen Geburtsgewicht führen.

Atemwegserkrankungen sind am häufigsten


Die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen reizen sowohl kurz-, als auch langfristig die Bronchien und initiieren Entzündungsreaktionen. Aus einer akuten Bronchitis wird eine chronische, und diese kann
dann im schlimmsten Fall in der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) münden. An dieser chronischen Lungenerkrankung erkranken zu einem großen Teil Raucher oder ehemalige Raucher.

Lungenkrebs gilt als die häufigste Krebserkrankung bei Rauchern. Bei starken Rauchern ist das
Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken bis zu 15 mal höher als bei einem Nichtraucher.
Bei jugendlichen Rauchern kann es sogar dazu kommen, dass die Lunge sich nicht normal entwickelt und kleiner bleibt, als bei Jugendlichen des gleichen Alters.


Weitere Atemwegserkrankungen können sein:

• Asthma bronchiale

• Krebserkrankungen der Nasennebenhöhlen
• Lungenentzündungen
• Kehlkopfkrebs

Durchblutungsstörungen und Herz-Kreislauf Erkrankungen


Raucher sind zweimal häufiger von Erkrankungen des Herz-Kreislauf Systems betroffen als Nichtraucher. Durch das Rauchen, bzw. das Nikotin, verengen sich die Blutgefäße und schädliche Ablagerungen in den Adern reduzieren zusätzlich den Blutdurchfluss, so dass ein kompletter Verschluss der Blutgefäße möglich ist.
Die Entstehung einer Arteriosklerose wird durch den Tabakrauch begünstigt und das Herzinfarkt, sowie das Schlaganfall Risiko sind durch das Rauchen erhöht.


Weitere Folgen:

• Raucherbein
• Bluthochdruck
• Wundheilungsstörungen

Höheres Risiko für verschiedene Krebserkrankungen



Bei rund einem Viertel aller durch Krebs verursachten Todesfälle spielt der Konsum von Zigaretten
und anderen Tabakwaren eine Rolle. Je früher die Betroffenen mit dem Rauchen begonnen haben und je länger geraucht wurde, desto höher ist das Risiko an Krebs zu erkranken. Krebserkrankungen, deren Entstehung durch das Rauchen begünstigt werden sind unter anderem:


• Kehlkopfkrebs
• Brustkrebs
• Gebärmutterhalskrebs
• Speiseröhrenkrebs
• Leberkrebs
• Nierenkrebs
• Leukämie

Was Männer und Frauen noch fürchten müssen


Rauchen wird mit einer schnelleren Hautalterung, sowie mit Erektionsstörungen in Zusammenhang gebracht. Bei beiden Geschlechtern ist das Rauchen mit einem höheren Risiko für Unfruchtbarkeit verbunden und beeinflusst das Erscheinungsbild von Haut und Haaren negativ. Frauen, die während ihrer Schwangerschaft rauchen, nehmen das Risiko von Entwicklungsstörungen, Fehlgeburten und Mangelernährung des Ungeborenen in Kauf.

Der Rauchstopp lohnt sich


Eine Raucherentwöhnung lohnt sich in jedem und ist in der Lage viele der entstandenen Gesundheitsschäden wieder rückgängig zu machen. Die ersten positiven Veränderungen durch den Rauchstopp treten bereits nach rund 24 Stunden auf. Der Sauerstoffgehalt im Blut hat sich wieder erhöht und sogar das Herzinfarktrisiko ist nach dieser kurzen Zeit bereits reduziert. Nach einem bis neun Monaten können Ex-Raucher bereits wieder befreiter atmen. Sie husten seltener und die Atemwege sind bereits wesentlich weniger verschleimt. Nach fünf Jahren des Nicht-Rauchens gleicht das Risiko einem Herzinfarkt zu erliegen, dem eines Nicht-Rauchers. Nach 10 Jahren Zigaretten Abstinenz verringert sich das Lungenkrebs Risiko und die Lunge regeneriert sich wieder.

Nähere Informationen finden sich unter euroClinix, DKFZ, ABNR
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