Doping
Schatten über britischer Insel

Köln. Fünf Monate vor den Olympischen Spielen und der Fußball-EM im Juni wird Großbritannien von einem Doping-Skandal erschüttert. Nach Recherchen des WDR und der englischen Zeitung "Sunday Times" soll der Londoner Gynäkologe Mark Bonar in den vergangenen sechs Jahren rund 150 Top-Athleten mit Doping-Mitteln versorgt haben. Darunter seien Fußball-Profis des FC Arsenal, des FC Chelsea und von Erstliga-Tabellenführer Leicester City sowie Teilnehmer der Tour de France, Boxer und Tennisspieler.

In der WDR-Dokumentation, die am Sonntagabend in der ARD-"Sportschau" (18.00 Uhr) gezeigt wurde, berichtete der Arzt einem eingesetzten Lockvogel vor versteckter TV-Kamera, über sein umfangreiches, geheimes Doping-Geschäft. "Natürlich sind einige der Behandlungen, die ich mache, im Profisport verboten", sagte Bonar laut einer WDR-Mitteilung. Aber ich habe das schon mit vielen Sportlern gemacht. Jahrelang. So ziemlich aus jedem Sport."

Die drei Premier-League Clubs wiesen die Doping-Vorwürfe zurück. "Die Anschuldigungen sind falsch und entbehren jeder Grundlage", hieß es in einer Mitteilung des FC Chelsea. Der Verein habe niemals die Dienste von Bonar in Anspruch genommen und auch keine Kenntnis davon, dass Chelsea-Spieler von ihm behandelt worden seien. Der FC Arsenal, Verein von Nationalspieler Mesut Özil und Per Mertesacker, teilte mit, dass man sich vollständig an die Anti-Doping-Regeln halte.

Dagegen behauptet Bonar, dass er mit englischen und auch Spielern aus dem Ausland zu tun gehabt habe. "Auch mit einem ganz Großen, dem habe ich Epo, Testosteron und Wachstumshormone gegeben", sagte der Arzt. "Fußballer werden ja sowieso kaum getestet. Und ältere Spieler über 30 müssen was machen, die können mit den jungen Spielern um die 18 sonst doch gar nicht mithalten."
Weitere Beiträge zu den Themen: Doping (29)Olympische Spiele (236)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.