Ehemaliger Leiter des Deutschen Polen-Instituts
Übersetzer Karl Dedecius gestorben

Karl Dedecius. Bild: dpa

Darmstadt. Der frühere Leiter des Deutschen Polen-Instituts, Karl Dedecius, ist tot. Der Übersetzer polnischer Literatur starb am Freitag im Alter von 94 Jahren in Frankfurt am Main, wie das Institut am Samstag mitteilte. Er galt als eine Art Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen und war auch Schriftsteller.

Dedecius war von 1980 bis 1997 Direktor des Instituts und übersetzte den Angaben zufolge mehr als 3000 Gedichte, veröffentlichte regelmäßig polnische Lyrik in deutschen Verlagen und schrieb Essays zur polnischen Literatur und Geistesgeschichte.

Außerdem verschaffte er Stipendien für polnische Intellektuelle und organisierte Studienreisen für Journalisten, Übersetzer und Verleger aus dem Nachbarland. Bis zuletzt habe Dedecius an einem Bildband gearbeitet, der ein Resümee seines bewegten Lebens und Kulturschaffens ziehen sollte.

Das Deutsche Polen-Institut wurde 1980 gegründet. Es will zum besseren Verständnis des kulturellen, geistigen und gesellschaftlichen Lebens von Polen und Deutschen beitragen. Die Einrichtung mit Sitz in Darmstadt wird unter anderem von Bund und Ländern getragen. Die Bibliothek gilt als größte polenbezogene Buch- und Archivsammlung in Deutschland. Für seine Arbeit wurde Dedecius vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hessischen Kulturpreis, dem Deutschen Nationalpreis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
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