Erstausbildung endet nicht automatisch mit erstem Abschluss
Streitpunkt Kindergeld

(dpa)

Eltern können auch für ihre volljährigen Kinder Kindergeld bekommen. Die Voraussetzung: Die Kinder sind noch in der Ausbildung und nicht älter als 25 Jahre. Darauf weist der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin hin.

Absolviert das Kind eine Erstausbildung, darf es auch Nebentätigkeiten ausüben, ohne dass der Kindergeldanspruch verloren geht. Anders ist das bei Folgeausbildungen: Hier darf das Kind nicht mehr als 20 Stunden pro Woche nebenbei arbeiten.

Doch wann genau ist eine Erstausbildung abgeschlossen? Nach Auffassung des
Bundesfinanzhofes (BFH) muss ein Berufsabschluss nicht zwangsläufig das Ende einer Erstausbildung sein. Denn eine einheitliche Erstausbildung kann auch vorliegen, wenn die einzelnen Ausbildungsschritte eng aufeinander abgestimmt sind (Az.: V R 27/14).

Im dem Fall ließ sich ein Kind zunächst zum Elektroniker für Betriebstechnik ausbilden und meldete sich unmittelbar danach zu einer weiterführenden Ausbildung an. In der Überbrückungszeit bis zum nächsten Ausbildungsabschnitt arbeitete es mehr als 20 Wochenstunden. Die Kinderförderung wurde daher gestrichen.

Zu Unrecht, entschieden die Richter am BFH. Die Begründung: Das eigentliche Ausbildungsziel sei der Abschluss als Elektrotechniker oder Elektroingenieur. Damit hatte das Kind in diesem Fall seine Erstausbildung noch nicht abgeschlossen.
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