Fußball
Uefa verharrt im Schwebezustand

Budapest. Anzeichen eines Aufbruchs in eine moderne Zukunft sind bei der Uefa nicht zu erkennen. Keine sechs Wochen vor dem EM-Anpfiff verharrt die Europäische Fußball-Union in dem selbst auferlegten Schwebezustand, der eine Neuordnung verhindert. Der gesperrte Präsident Michel Platini ist vor dem 40. Ordentlichen Uefa-Kongress am Dienstag in der ungarischen Hauptstadt Budapest Ursache und Lösung des Problems zugleich.

Erst wenn der Internationale Sportgerichtshof CAS über den Berufungsantrag des Franzosen gegen seine Sperre von sechs Jahren wegen einer von Ex-Fifa-Chef Joseph Blatter veranlassten Millionenzahlung entschieden hat, traut sich der Kontinentalverband an die Klärung des Machtkonflikts an seiner Spitze. Für den 18. Mai wurde nun eine Sondersitzung einberufen. Im Falle eines Scheiterns von Platini soll dann vor dem Europa-League-Finale in Basel über das Prozedere der Nachfolgeregelung gesprochen werden, bestätigte der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Montag nach der Sitzung des Exekutivkomitees. Der CAS hat eine Entscheidung in der Causa Platini bis spätestens 9. Mai angekündigt. Eine Aufhebung der Sperre wäre eine Überraschung.

Theoretisch könnte die Uefa noch vor der EM einen neuen Präsidenten küren. "Ich halte Neuwahlen vor der EM für unwahrscheinlich, aber wir haben im letzten halben Jahr im Fußball erlebt, dass vieles möglich ist", sagte Niersbach. In Budapest stehen somit Sachfragen im Mittelpunkt. Das Kosovo bewirbt sich um die Aufnahme als 55. Uefa-Mitglied - angesichts des Widerstands aus Serbien ein heikles Politikum. Und gewählt wird dennoch. Karen Espelund und Florence Hardouin bewerben sich um den für eine Frau reservierten Sitz im Uefa-Exekutivkomitee.
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