Gefahr bei der Monstersuche
«Pokémon»-Spieler in Not

Deutschland im «Pokémon»-Fieber: Zahlreiche Fans waren auch am Wochenende unterwegs - oft gut erkennbar am abwesenden Stieren aufs Smartphone. Was viel Spaß verspricht, kann aber höchst gefährlich werden.

Hannover/Neumünster/München. Ausgeraubt und unter Beschuss: Bei der Jagd nach virtuellen «Pokémon»-Monstern haben sich auch in den vergangenen Tagen wieder Menschen in Gefahr gebracht. In Schleswig-Holstein wurde einer 16-Jährigen beim Spielen auf der Straße das Handy gestohlen: Ein Radfahrer riss es ihr am Samstagabend in Neumünster aus der Hand. In Niedersachsen wurden drei Spieler auf einem Truppenübungsplatz erwischt, auf dem gerade mit scharfer Munition geschossen wurde. Der Wachdienst habe das Trio am Mittwoch auf dem Gelände der Bundeswehr in Bergen entdeckt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Nicht in Gefahr, aber in großen Gruppen unterwegs waren Spieler bei einer «Pokémon Go Nachtwanderung» in Hannover. Knapp Tausend Menschen liefen am Freitagabend mit Handy vorm Gesicht durch die Innenstadt. Man lerne dabei extrem viele Leute kennen, sagte ein 23-Jähriger. Zudem sei es ein Kindheitstraum von ihm, draußen Pokémons zu fangen. Ähnliche Aktionen gab es auch in anderen Orten bereits.

Von Pokémons abgelenkt - Mann mit Joint festgenommenKleine Pokémons sind einem Marihuana-Freund in München zum Verhängnis geworden. Polizisten hatten nach Angaben vom Montag in der Fußgängerzone Marihuana gerochen und einen 30-Jährigen mit einem Joint in der Hand entdeckt. Der Mann war allerdings so in sein Handy vertieft, dass er die Streife nicht bemerkte, wie die Polizei mitteilte. Als die Beamten den Mann ansprachen, reagierte er sehr überrascht und sagte: «Oh Shit, darf ich das noch schnell fertig machen?»

Der Mann sei mit dem derzeit weltweit gehypten Online-Spiel «Pokémon Go» beschäftigt gewesen und damit, die «hiesige Arena» einzunehmen, teilte die Polizei mit. Er habe sich aber «absolut kooperativ» verhalten. Die Beamten nahmen ihn am Samstag mit aufs Präsidium, das er kurz darauf zwar wieder verlassen konnte - allerdings mit einer Anzeige.
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