Hermann Kant mit 90 Jahren gestorben

Hermann Kant. Bild: dpa

Berlin. Hermann Kant, einer der wichtigsten Schriftsteller der DDR, ist tot. Genau zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag starb der einstige Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes am Sonntagmorgen in einem Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern.

Schriftstellerkollegen und Kritiker, darunter Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki, warfen ihm seine fast bedingungslose Regimetreue vor, hatten aber zugleich Respekt vor Kants Werk. Der Schriftsteller war Abgeordneter der Volkskammer und von 1986 bis 1989 Mitglied des Zentralkomitees der SED. Von 1978 bis zum Ende der DDR war Kant zudem Vorsitzender des DDR-Schriftstellerverbandes. Seine Romane "Die Aula", "Das Impressum" und "Der Aufenthalt" erzielten in der DDR Millionenauflagen.

Der berühmteste Roman des DDR-Schriftstellers war "Die Aula" (1965). 650 000 Bücher sind nach Angaben des Berliner Aufbau-Verlages davon bislang verkauft worden. In 15 Sprachen wurde der Roman über die ostdeutschen Anfangsjahre nach dem Krieg übersetzt. Wegen seines Sprachwitzes zählte er selbst im Westen teils zur Schullektüre.

Im neuen, vereinten Deutschland hatte Kant noch Romane geschrieben, die meist nicht besonders gut bei der Kritik ankamen - etwa "Kormoran", "Kino", "Okarina" oder "Kennung". Vor zwei Jahren erschien im Kulturmaschinen Verlag das letzte Buch Kants: "Ein strenges Spiel" ist eine Novelle, die sich mit Krankheit und Tod beschäftigt.
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