Holländische Polizei korrigiert sich: Opfer nicht aus der Oberpfalz
Drei Deutsche sterben auf Segelschiff

(Foto: dpa)

Drei Mitglieder einer deutschen Familie sind im Hafen des niederländischen Ortes Harlingen getötet worden, als ein Teil des Mastes auf das Deck stürzte. Dies teilte die Polizei der Provinz Friesland am Sonntag mit.

Zuerst hatte die niederländische Polizei gemeldet, die Opfer stammten aus der Nähe von Amberg. Am Montagnachmittag korrigierte sich jedoch die Pressestelle in Holland: Demnach handelt es sich bei den Toten um einen 48-Jährigen aus Mölsheim (Rheinland-Pfalz), einen 43-Jährigen aus Neubrunn (Landkreis Würzburg) und einen 19-Jährigen aus Schiffweiler (Saarland).

Allerdings waren drei Amberger mit an Bord: Ein 48-jähriger Mann, sein 15 Jahre alter Sohn und dessen gleichaltriger Freund. Die drei Oberpfälzer sind körperlich unversehrt und waren am Montag auf dem Nachhauseweg. Laut Mutter des 15-jährigen Freundes, sei der Jugendliche beim Unglück auf dem Deck gewesen und von dem herunterfallenden Mast nur knapp verfehlt worden.



Der Kapitän des Unglücksschiffes sei vernommen worden, weil er als Eigner für das Schiff verantwortlich sei. Die Opfer gehörten zu einer Gruppe von zwölf deutschen Passagieren auf dem historischen Schiff "Amicitia". Zunächst war unklar, wie und warum es zu dem Unglück kam. "Der Mast brach beim Einlaufen in den Hafen ab und stürzte dann aufs Deck", sagte der Bürgermeister von Harlingen, Roel Sluiter. Fotos vom Unglücksort zeigen, dass der vordere Mast nicht umstürzte, sondern allem Anschein nach an der Spitze abbrach und dieser Teil dann mit der hölzernen sogenannten Gaffel und dem Segel auf das Deck stürzte. Die Polizei erklärte, dass technische Experten das Schiff untersuchen.

Die 24 Meter lange und 4,80 Meter breite "Amicitia" war 1889 als Frachtsegler gebaut und vor allem für Biertransporte eingesetzt worden. Mittlerweile wird das Schiff, das über sieben Zweibettkabinen verfügt, von dem Unternehmen Wadcharter in Leeuwarden für Touren auf dem Ijsselmeer verchartert. Von dem Unternehmen waren zunächst keine Auskünfte zu dem Zwischenfall erhältlich. Außer den zwölf Deutschen befanden sich auch der Kapitän und dessen Frau an Bord. Die Polizei teilte mit, es habe außer den drei Todesopfern keine Verletzten gegeben.
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