Keine Chance dem Zahnfleischbluten
Vom roten Abdruck auf dem Apfel

Die Überlegung mag auf den ersten Blick logisch erscheinen, ist jedoch völlig falsch: Weil beim Zähneputzen das Zahnfleisch blutet, will man dieses nicht noch weiter reizen und putzt erst einmal einige Tage gar nicht mehr. Dabei wäre es so wichtig und richtig, den Mund gänzlich frei von Bakterien zu bekommen – denn dann würde es erst gar nicht zu Zahnfleischbluten kommen.

Bakterien gefährden die Mundflora


Zahnfleischbluten – das ist schnell passiert. Etwa durch eine harte Brotkante oder allzu energisches Hantieren mit der Zahnseide. So rasch diese Art des Zahnfleischblutens verursacht ist, so fix ist dank Wundheilung die Blutung nach wenigen Minuten wieder gestillt. Viel schwerwiegender fallen andere Ursachen ins Gewicht, wenn zum Beispiel eine Gingivitis, also eine Entzündung des Zahnfleisches, für das Bluten verantwortlich ist. Die Gefahr ist relativ hoch, denn im Mund leben Hunderte verschiedener Bakterienarten, die das Gleichgewicht der Mundflora ständig bedrohen. Kommt es tatsächlich zu einer Gingivitis, reicht schon ein leichter Druck um Zahnfleischbluten auszulösen, beziehungsweise gerötetes und schmerzendes Zahnfleisch hervorzurufen. Dabei wäre es alles andere als schwierig, für eine gesunde Mundflora zu sorgen – schlichtweg durch richtiges und tägliches Zähneputzen. Denn wer keine orale Sorgfalt walten lässt, bei dem lagert sich schnell Plaque an, eine Mischung aus Bakterien, Speichel und Speiseresten. Dieses setzt sich nicht nur an den Zähnen fest, sondern auch am feinen Übergang von Zahnfleisch und Zahn. Zahnfleischbluten ist dann vorprogrammiert.

Risikofaktoren für Zahnfleischbluten


Wer Füllungen hat, Prothesen oder Spangen trägt, sollte ganz besonders auf eine gesunde Mundflora achten, denn diese Faktoren können das Risiko für Zahnfleischbluten erhöhen, weil sie die Ablagerung von Plaque begünstigen. Zu den Risikofaktoren zählen zudem Veranlagung, Stress und Diabetes. Experten bringen es auf diese Formel: Alles, was das Immunsystem schwächt, kann auch die Mundflora negativ beeinflussen und somit das Zahnfleischbluten fördern.

Generell sollte jede Entzündung im Mund ernst genommen werden, da eine Gingivitis unter Umständen in eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates, einer sogenannten Parodontitis, übergehen kann. Längst ist der Zusammenhang zwischen Erkrankungen im Mund, die in ihrer Folge Krankheiten im gesamten Organismus verursachen können, erkannt. Im schlimmsten Fall gelangen Keime ins Blut und können die Herzklappe angreifen.

Zahnfleischbluten: Wann zum Zahnarzt?


Im Zweifelsfall ist der Gang zum Zahnarzt immer die richtige Wahl, vor allem, wenn trotz regelmäßigem Putzen das Zahnfleischbluten nicht aufhört oder stärker wird. Gerötetes oder angeschwollenes Zahnfleisch sind ebenfalls gute Gründe für eine zahnärztliche Abklärung der Ursachen. Die beste Vorbeugung gegen Zahnfleischbluten ist eine gesunde Mundflora – und die lässt sich mit gründlichem Zähneputzen erreichen.

Karies und ParodontitisJeder kann selbst viel tun, um seine Mundflora im gesunden Gleichgewicht zu halten. Und somit Karies und Parodontitis vermeiden. Einige Tipps:

• Viel trinken! Damit sind allerdings keine zucker- und säurehaltigen Getränke gemeint – vielmehr Wasser und ungesüßte Tees. Wer dennoch nicht auf Limonade, Cola oder Energydrink verzichten möchte, sollte diese nicht allzu lange im Mund behalten.

• Wenig Süßes! Generell gilt es, möglichst wenig Zucker einzunehmen, sowohl beim Trinken als auch beim Essen. Süßigkeiten sollten daher mit Bedacht genossen werden. Zucker ist für Bakterien die beste Nahrungsquelle.

• Gründliche Mundhygiene! Das heißt drei Mal täglich Zähneputzen – wer das nicht ganz schafft: morgens und abends ist Pflicht. Allerdings ist es mit dem Putzen nicht getan, Zahnseide und Interdentalbürsten reinigen vor allem die Zwischenräume.

• Regelmäßige Zahnarztbesuche! Wer zwei Mal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung geht, hat die besten Chancen, dass mögliches Karies früh genug entdeckt wird.
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