Klassiker – und was sie bedeuten
Bräuche, die es braucht

(Foto: Fotolia)
 
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Schleiertanz


Bei diesem alten germanischen Brauch, der prinzipiell um Mitternacht stattfindet, wird der Schleier der Braut beim Tanz geraubt und in viele Stücke gerissen. Diese werden dann an die Brautjungfern und weiblichen Hochzeitsgäste verteilt, die vom Segen des Brautpaares profitieren sollen.

Die Brautentführung


Und schwupps, war sie weg – die Braut! Rein ins Auto und suchen! Mit einigen Freunden und Hochzeitsgästen macht sich der Bräutigam auf, seine eben erst Angetraute wieder zu finden. Die Brautentführung wird in ganz Deutschland praktiziert, in Bayern jedoch gibt es einige „Spezialisierungen“. So muss der Bräutigam nicht selten ein Gstanzl vortragen, um seine Herzensdame wieder auszulösen. Dass dieser die Zeche zahlen muss – meist wird die Braut in einer Bar festgehalten – ist sowieso klar.

Das Kranzlpaar


Das Kranzlpaar ist quasi das „kleine Brautpaar“. Es besteht aus einer unverheirateten Freundin der Braut und einem unverheirateten Freund des Bräutigams. Das Kranzlpaar unterstützt die Trauzeugen bei ihrer Arbeit. Sie verteilen vor der Kirche Anstecker oder kleine Blumengestecke, die sie als Mitglied der Hochzeitsgesellschaft ausweisen. Außerdem ist es die Pflicht des Kranzlpaars, als erstes Paar nach den Brautleuten auf der Tanzfläche zu stehen. Schaffen sie das nicht, müssen sie eine Runde ausgeben.

Dosen ans Auto hängen


An das Heck des Brautwagens werden mit einer Schnur leere Blechdosen befestigt. Das soll der Umgebung mitteilen, dass hier ein frisch vermähltes Ehepaar unterwegs ist.

Der Wegzoll


Und dann geht es nicht mehr weiter: Kaum tritt Braut und Bräutigam samt Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche oder dem Standesamt, stellen sich ihnen mutige Kinder oder Ministranten in den Weg. Sie sperren die Zufahrtsstraßen mit einer Schnur ab und halten die Autos an. Wenn diese weiterfahren wollen, müssen sie eine kleine Auslöse zahlen.

Das Maschkern


Das Leben der Eheleute wird zum Schwank auf der Bühne. Das Wort Maschkern stammt vom Begriff des Maskierens ab. Bedeutet, dass sich Freunde und Bekannte des Brautpaars verkleiden und lustige Anekdoten aus dem Leben der Brautleute (nach)spielen. Als Erzähler fungiert meist ein Harlekin. Wurden die Schauspieler früher mit einer Brotzeit belohnt, tut es heutzutage auch ein Schnaps.

Das Bescheid-Tüchlein


In Bayern ist es in einigen Regionen Brauch, ein Bescheid-Tüchlein mit zur Hochzeit zu bringen. In dem Tuch ist ein beliebiger Geldbetrag als Beitrag zur Hochzeitsfeier. Am Ende der Feier kommt das Tüchlein wieder zum Einsatz. Die Gäste dürfen sich darin die Essensreste einpacken und diese mit nach Hause nehmen.

Das Baumstammsägen


Der Klassiker unter den Hochzeitsbräuchen: Das Baumstammsägen ist ein uralter Hochzeitsbrauch. Vor der Kirche wird ein Baumstamm aufgebaut. Die Brautleute müssen mit einer Säge den Baumstamm zersägen. Die vermählten Eheleute sollen so beweisen, dass sie gut zusammenarbeiten können.
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