Kräuter
Schöllkraut

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Wirkt antibakteriell, krampflösend, beruhigend, fungizid, hautreizend, schweißtreibend, schmerzstillend und zellwachstumshemmend.

Das Schöllkraut verwendet man bei Leber, Galle, Milzerkrankungen, Rheuma, Gicht, Magenschmerzen, Verstopfung, Allergien, Nesselsucht, Arteriosklerose, Ödeme, Augenentzündungen, Asthma, Krampfhusten, Menstruationsregelnd, Neuralgien, Akne, Flechten, Grind, Geschwüre, Ekzeme, Krätze, Schuppenflechte, Hühneraugen, Schwielen und Warzen. Verwendete Pflanzenteile: das blühende Kraut, Saft, (Wurzel)

Sammelzeit: Mai bis Juli

Zunächst muss gesagt werden, dass, das Schöllkraut eine stark wirkende Heilpflanze ist, die bei zu hoher Dosierung giftig wirken kann. Besonders die Wurzel enthält einen hohen Anteil der giftig wirkenden Alkaloide. Auch der Saft ist besonders giftig. Vor allem im Oktober ist der Alkaloidgehalt hoch. Im getrockneten Kraut verliert sich die Giftigkeit.

Anwendung für Leber und Galle
Das Schöllkraut wird erfolgreich bei Leber- und Galleleiden eingesetzt, vor allem wenn der Gallenfluss durch Stauungen für Krankheit sorgt. In der Praxis eignet es sich zur Behandlung von Gallenblasenentzündung, Leberschwellung, Gelbsucht, Gallengries, Rheuma und Gicht.

Krampflösende Wirkung
Wegen seiner entkrampfenden Wirkung wird es auch gerne bei Menstruationskrämpfen, Magenschmerzen, Asthma, Reiz- und Krampfhusten verwendet. Zu all diesen Zwecken kann es als Tinktur des blühenden Krauts verabreicht werden. Etwas schwächer wirkt das getrocknete Kraut als Tee. Getrocknetes Schöllkraut ist unbedenklich. Besonders stark wirkt der Presssaft, von dem man jedoch nur geringe Mengen verwenden soll (max. ca. 10 Tropfen)

Äußerliche Wirkung gegen Warzen
Der ätzende gelbe Saft wirkt stark hautreizend und löst, täglich aufgetragen, Warzen, Hühneraugen und Schwielen auf. Hierbei ist es wichtig, dass er täglich auf die Warzen aufgetragen wird und dass die umgebende Haut wegen der Ätzwirkung unbenetzt bleibt.

Anwendung für die Augen
Maria Treben schwört auf die Anwendung des Schöllkrauts zur Stärkung der Augen. Dazu nimmt man ein gewaschenes Schöllkrautblatt mit sauberen, feuchten Händen und zerreibt den Stengel des Blattes zwischen Daumen und Zeigefinger. Die geringe Flüssigkeit streicht man über die Lider und in die Augenwinkel (nicht direkt in die Augen). Die Augen sollen dadurch ihre gute Sehkraft erhalten und schleier- und fleckenlos bleiben.

Andere äußerliche Anwendungen
Der verdünnte Saft, die Tinktur oder ein Tee des Krautes kann gegen Ekzeme, Geschwüre, Akne und andere Hauterkrankungen verwendet werden.

Schöllkraut-Tinktur:
Schöllkraut gut säubern und klein schneiden. Sauber gereinigtes Glas gut zur Hälfte mit den Pflanzenteilen füllen und mit 40%igem Alkohol auffüllen und das Glas verschließen unter täglichem schütteln 4 Wochen ausziehen, dann abfiltrieren, in dunkle Tropfflaschen abfüllen und beschriften.

Schöllkraut-Tee
2 Teel. Schöllkraut werden nur mit heißem, nicht kochendem Wasser überbrüht, fünf Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Tee hat einen leicht scharfen, bitteren Geschmack.

Homöopathisches Mittel: Chelidonium majus