Mechanisch und chemisch ein Leben lang höchst beansprucht
Wunderwerk Zahn

(Foto: Fotolia)
 
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Zähne gehören zu jenen Dingen, deren Wert man erst dann zu schätzen weiß, wenn sie nicht mehr einwandfrei funktionieren oder schlichtweg fehlen: Zähne sind ein wahres Wunderwerk der Natur und werden ein Leben lang sowohl mechanisch als auch chemisch stark beansprucht – höchste Zeit also für eine Huldigung!

Zahnschmelz ist die härteste Substanz, die der menschliche Organismus herzustellen imstande ist. Und jener Zahnschmelz ist es, der den sichtbaren Teil des Zahnes, die Zahnkrone, umgibt. Die Zusammensetzung des Zahnschmelzes besteht aus Kalziumphosphat, Fluor, Proteinen und Wasser. Eine wahrhaft optimale und komplexe Zusammensetzung, die es Eindringlingen wie Bakterien und Säuren schwermacht, im Mundbereich Schäden anzurichten – außerdem ist Zahnschmelz zugleich Schutzschild gegen die mitunter enorm hohen Kaukräfte.

nter dem Zahnschmelz befindet sich das Zahnbein mit seinem gelblichen Farbton, auch Dentin genannt. Die Pulpa mit dem Nerv ist davon umgeben. Anders als der Zahnschmelz ist das Zahnbein anfällig gegen Säuren und Bakterien, einzig eine gründliche und vor allem regelmäßige Zahnpflege mit Putzen, Zahnseide und Mundspülung helfen dem Zahnbein, gesund und stark zu bleiben. Eine professionelle Zahnreinigung beispielsweise kommt nicht nur dem Zahnbein alleine zugute, sondern auch Kronen und Wurzelbereich, die wiederum vom Zahnbein umschlossen sind.

Wer dem Zahn ganz auf den Grund gehen möchte, landet schließlich in der Zahnwurzel, die von Zement umgeben ist und den Zahn so im Knochen verankert. Die Natur perfektioniert ihr Wunderwerk schließlich mit zahnumfassenden Knochen und Wurzelhaut sowie einem Bindegewebe, das die Zahnwurzel festhält.

32 Zähne – so viele hat ein Erwachsener, wenn sein Gebiss vollständig ist und sich die Weisheitszähne ausgebildet haben. Besonders scharfe Kanten haben dabei die vier Schneidezähne, die sich vorne im Kiefer befinden. Jeweils links und rechts daneben sitzen je ein Eckzahn, zudem kleine Backenzähne, auch Prämolare genannt. Die Weisheitszähne wachsen im hintersten Teil des Kiefers – allerdings nicht bei jedem Menschen.

So unterschiedlich die Menschen sind, so verschieden sind auch deren Zähne. Dies gilt auch und gerade im Bereich Farbgebung. Zwar wünscht sich wohl jeder schneeweiße Zähne, doch die wenigsten haben solch ein traumhaftes Gebiss – vielmehr liegt oftmals ein Gelbton über den Zahnreihen. Aber warum ist das so? Nun, es gibt unterschiedliche Gründe, warum Zähne gelb und nicht strahlend weiß sind. Die Veranlagung spielt hier eine wichtige Rolle. Obwohl diejenigen, mit denen es Mutter Natur nicht so gut gemeint hat, sich mit Vorurteilen wie mangelnder oraler Pflege auseinandersetzen müssen, trifft sie keine „Schuld“, denn die Veranlagung gibt vor, aus welchem Farbton das Zahnbein und der darüberliegende Zahnschmelz besteht. Gerade letzter ist entscheidend dafür verantwortlich, wie weiß Zähne sind oder eben nicht: Je heller und dichter der Schmelz, desto heller strahlt auch der Zahn. Umgekehrt bedeutet dünner und lichtdurchlässiger Schmelz eine entsprechende gelbe Verfärbung der Zähne.

Zähne gut – alles gut: Auf diese Formel lässt sich der Zusammenhang zwischen Gesundheit im Mund und Gesundheit im gesamten Organismus bringen, denn bestimmte orale Erkrankungen wie beispielsweise Parodontitis haben Auswirkungen auf den Körper allgemein. Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Allgemeinmedizin und Zahnmedizin nimmt seit Jahren zu. So stellt die Bundeszahnärztekammer klar: „Mundgesundheit ist essentiell für die Gesamtgesundheit und die Lebensqualität. Es gibt klare Hinweise auf die Zusammenhänge zwischen der Mundgesundheit und Allgemeingesundheit sowie Auswirkungen auf die Lebensqualität.“

Vor allem Parodontitis – eine der häufigsten Erkrankungen in der Mundhöhle – ist eine Quelle der Gefahr und Auslöser für mögliche Folgen, die sich auf den gesamten Organismus beziehen können. Medizinisch betrachtet, stellt eine unbehandelte Parodontitis einen chronischen Entzündungszustand dar. Diese Bakterien im Mund können zum Beispiel das Herz entzünden und Verschlüsse der Blutgefäße bewirken – am Ende droht ein Herzinfarkt. Unbehandelt stellt die Parodontitis auch für die Lunge eine Gefahr dar: Orale Keime können in das Atemorgan eindringen und eine Lungenentzündung auslösen.

Fazit: Es sind 32 Wunderwerke der Natur, die jedem von uns ein hohes Maß an Lebensqualität mit allerlei kulinarischen Genüssen ermöglichen. Wir sollten es den Zähnen danken – mit tagtäglicher Pflege. Denn erst wenn die Zähne Probleme bereiten, wird einem mitunter schmerzhaft bewusst, welch zuverlässigen Dienst sie permanent leisten.
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