Mit Tricks mehr Weite inszenieren
Kleine Gärten ganz groß

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(dpa/tmn)

Der eigene Garten ist wichtig. Ein Stückchen Grün heißt auch Ruhe und Entspannung. Aber die Gestaltung solcher Gärten am eigenen Town- oder Reihenhaus, an der Wohnung oder im Innenhof ist eine Herausforderung. Denn meist sind gerade Stadtgärten klein. Wichtig ist hier, die richtige Balance zu finden, damit die eigene Parzelle zwar gemütlich, aber nicht überladen wirkt.

Planen:

«Eine genaue Planung ist das Wichtigste», sagt Tobias Domroes, Landschaftsarchitekt und Buchautor aus Hambrücken (Baden-Württemberg). Das gilt nicht nur für die Gestaltung kleiner Parzellen von maximal 200 Quadratmetern, aber hier fallen Fehler stärker auf. Einfach die Fläche zu bepflanzen oder stückchenweise nach dem Motto «Hier ein bisschen, dort ein bisschen» zu arbeiten, bringt meist unbefriedigende Ergebnisse.

Es lohnt sich, auch die gestalterische und die technische Planung auf dem Blatt, bevor man etwa den Abbruch unerwünschter Objekte, Erdarbeiten oder bei stark abschüssigem Gelände das Anlegen von Erdterrassen angeht. «Die größte Herausforderung ist es, das Regenwasser loszuwerden, damit es nicht Mauerwerk oder den Terrassenboden angreift», sagt Domroes. Das Wasser muss vom Haus weggeleitet werden, die Terrasse sollte leicht abschüssig sein.

Einteilen:

Mit der richtigen Einteilung des Grundstücks lässt sich viel wettmachen.«Ein verbreiteter Irrglaube ist es, dass man bei kleinen Gärten am besten große, freie Flächen anlegt», erklärt der Landschaftsarchitekt Domroes. «Da werden oft gerade noch die Ränder des Grundstücks bepflanzt und in der Mitte eine große Rasenfläche angelegt.» Das führe aber nicht dazu, dass das Grundstück größer anmutet, sondern allenfalls langweilig.

Eine halbhohe Mauer, ein Hochbeet oder hohe Stauden teilen das Grundstück optisch und geben ihm Struktur und Spannung.

Dezentralisieren:

Für Gemütlichkeit sorgt oft eine Dezentralisierung. «Statt nur einer Sitzecke auf der Terrasse lohnt es sich oft, eine zweite einzurichten, etwa auf einer Kiesfläche am Rand», sagt der Buchautor und Landschaftsgärtner Martin Staffler. So könne man sich je nach Tageszeit dorthin setzen, wo die Sonne gerade hinkommt.

Pflanzenwahl:

Bei kleinen Gärten wirken Ton-in-Ton-Pflanzungen ruhig und edel. «Je kleiner der Garten ist, desto schneller wirkt eine üppig bunte Gestaltung überladen», erläutert Domroes. Glatte, großflächige Terrassenplatten können als Ruhepool fungieren und einen ausgleichenden Kontrast zu überbordenden Rabatten bieten.

Stil finden

Ob asiatisch schlicht, mediterran oder verträumter Bauerngarten - wichtig sei gerade bei kleinen Gärten, dass man sich für eine Stilrichtung entscheidet, sagt Staffler.

Naturmaterialien wie Granit, Sandstein oder Muschelkalk seien künstlichen vorzuziehen. «Sie sind langlebiger, zeitloser und passen perfekt ins Grüne», sagt der Buchautor. Gestaltungselemente haben am besten mehr als eine Funktion. «Eine mediterrane Mauer als Sichtschutz kann auch dafür genutzt werden, kleine Pflanzkübel anzuhängen. Eine einfache Wand kann zur Projektionsfläche werden, die davor gepflanzte Gräser in Szene setzt.» Einfassungen aus Stein erfüllen vor allem eine gestalterische Funktion: Sie schaffen klare Strukturen. «Bei der Materialwahl sollte man sich an bereits vorhandenen Materialien von Gartenwegen, Terrasse oder Wohngebäude orientieren», rät Wolfgang Groß vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Naturstein, Granit, Klinker, Backstein oder Betonsteine werden 10 bis 20 Zentimetern breit in einem Kiesbett oder in Magerbeton bündig mit dem Erdreich verlegt. Auf diesem Steinrand kann ein Rad des Rasenmähers fahren.
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