Nachrichten für Kinder
Leben mit dem Down-Syndrom

Raphael (links) und sein Bruder Maurice sind Brüder. Manchmal streiten sie sich, manchmal verstehen sie sich super. Bild: privat

Raphael mag Kino, Musik und Fußball - so wie viele Jungs in seinem Alter. Doch für bestimmte Dinge braucht er länger als andere Kinder. Raphael hat eine Behinderung: das Down-Syndrom.

Berlin. "Haaallooo!", ruft Raphael von Weitem und winkt. Er rennt ins Haus und die Treppen hoch, in den zweiten Stock. Dort klingelt er an der Wohnungstür. Sein Vater öffnet und begrüßt den 13-Jährigen. Doch Raphael hat es eilig: Er muss schnell ins Bad.

Von Mama abgeholt


Seine Mutter Claudia ist inzwischen auch in der Wohnung angekommen. Sie hat ihren Sohn von der Schule abgeholt. Allein würde Raphael den Weg mit U-Bahn und Bus nicht schaffen. Manche Dinge, die andere in seinem Alter gut hinbekommen, sind für ihn schwierig.

Das liegt daran, dass der Junge aus Berlin eine Behinderung hat. Er hat das Down-Syndrom (gesprochen: Daun Sündrom). Trotzdem geht er in eine normale Schule mit Kindern ohne Behinderung. "Den anderen in seiner Klasse erkläre ich das so: Raphael begreift Sachen langsamer. Aber er kann eigentlich auch alles lernen", sagt seine Mama.

Gerade übt er zum Beispiel, allein zur Schule zu fahren. Dabei begleitet ihn sein Betreuer Martin. "Dreimal in der Woche kommt Martin und holt Raphael ab", erklärt seine Mutter.

Manchmal geht Martin mit Raphael auch einfach ins Jugendzentrum in der Nähe. "Da spiele ich Tischtennis. Und da gibt es Disco!", sagt Raphael und strahlt. Er liebt Musik und tanzt gern. Auch sonst steht Raphael auf Sachen, die andere 13-Jährige ebenfalls gut finden: Er geht gern ins Kino und spielt Fußball. Es gibt aber Sachen, die bei Raphael anders sind als bei vielen anderen Kindern in seinem Alter.

Er kuschelt zum Beispiel gern mit seiner Mama. Er küsst und umarmt sie häufig. "Raphael ist sehr gefühlvoll. Er merkt es sofort, wenn man traurig ist. Das finde ich toll", sagt seine Mutter.



Hintergrund Wusstest du schon, dass das Down-Syndrom nach seinem Entdecker benannt ist? Dieser hieß John Langdon Down. Er war Arzt und kam aus dem Land Großbritannien. Vor 150 Jahren erkannte er: Es gibt Menschen, die bestimmte auffällige Merkmale haben. Diese beschrieb John Langdon Down genau."Typisch für Menschen mit dem Down-Syndrom sind zum Beispiel mandelförmige Augen, ein breiter Nasen-Rücken und eine große Zunge", erklärt Kinderärztin Sabine Reiners. Außerdem sind ihre Muskeln nicht so stark. "Das fällt schon bei den Babys auf. Sie wirken häufig schlapper als andere Kinder."

Von einem Syndrom sprechen Experten, wenn ein Mensch gleichzeitig verschiedene Krankheits-Zeichen hat. Außerdem hängen diese Anzeichen zusammen, so wie beim Down-Syndrom.

Das Down-Syndrom hat man von Geburt an. Trotzdem sind nicht alle Menschen mit Down-Syndrom gleich. "Manche Menschen mit Down-Syndrom machen einen Schulabschluss, lernen einen Beruf und leben allein", erklärt eine Ärztin. "Andere brauchen dagegen ihr ganzes Leben lang Hilfe."

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