Niederlande
Flüchtlinge direkt aus Griechenland zurückschicken

Die Niederlande bereiten einen europäischen Plan vor, Flüchtlinge von den griechischen Inseln direkt per Schiff in die Türkei zurückzuschicken. Der Plan werde in mehreren EU-Staaten ausgearbeitet, darunter auch Deutschland, sagte der Fraktionschef der regierenden niederländischen Sozialdemokraten, Diederik Samsom, der Zeitung "De Volkskrant". Die Türkei sei bereit, die Menschen wieder aufzunehmen, wenn sich EU-Staaten im Gegenzug verpflichten, bis zu 250 000 Flüchtlinge pro Jahr zuzulassen, sagte der niederländische Politiker. Die EU-Kommission in Brüssel betonte, einen Aushöhlung des Rechts auf Asyl könne es nicht geben. Die Niederlande haben zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Schweden bereitet unterdessen nach Angaben einer Zeitung die Massenausweisung von Zehntausenden Asylbewerbern vor. "Ich glaube, dass es sich auf jeden Fall um 60 000 Personen dreht, aber es können auch bis zu 80 000 werden", zitierte "Dagens Industri" den schwedischen Innenminister Anders Ygeman. Er kündigte an, dass Polizei und Migrationsbehörde sich auf die Ausweisung von bis zu 45 Prozent der im vergangenen Jahr 160 000 angekommenen Asylbewerber vorbereiten sollten. Die deutsche Bundespolizei See wird mit zwei Schiffen vom 1. März an vor der griechischen Küste bei der Rettung von Flüchtlingen und bei der Sicherung der Grenze helfen. Um die in Neustadt in Holstein stationierten Polizisten auf ihre Arbeit vor der Insel Samos vorzubereiten, trainierten die Besatzungen am Donnerstag in der Ostsee die Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen. Dies werde voraussichtlich 90 Prozent der Arbeit ausmachen, sagte Einsatzleiter Frank Rogatty. Das zweiwöchige Training beinhalte unter anderem auch eine psychologische Schulung. Am Donnerstag waren vor Samos mindestens 24 Flüchtlinge, darunter 10 Kinder, ertrunken.
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