Österreich setzt auf zweifache Obergrenze

Wien/Ljubljana. (dpa) Vor dem EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise hat Österreich ein weiteres Signal der Abschottung gesetzt. Von Freitag an würden an der Südgrenze nur noch 80 Asylbewerber pro Tag ins Land gelassen, teilte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Mittwoch mit. Die Zahl der Flüchtlinge, die in Richtung Deutschland durchreisen dürfen, wurde auf täglich 3200 festgesetzt. Diese zweifache Obergrenze solle bis auf Weiteres gelten und über den Tag verteilt abgearbeitet werden. Werde einer der beiden Grenzwerte erreicht, würden die Grenzübertritte vorübergehend gestoppt.

"Ein Rückstau auf slowenischer Seite und damit auch Drucksituationen an der Grenze" können laut Mikl-Leitner nicht ausgeschlossen werden. Auch Slowenien will die Zahl der Flüchtlinge begrenzen. Das kündigte Innenministerin Vesna Györkös Znidar am Mittwoch an. "Wir werden uns dabei im Rahmen der Quoten bewegen, die Österreich festgelegt hat", beschrieb die Ministerin die neue Regelung. Unterdessen ist erstmals auf der Balkanroute eine größere Zahl von Flüchtlingen zurückgeschickt worden. Kroatien habe 217 Migranten nach Serbien abgeschoben, berichteten Medien in Belgrad unter Berufung auf Behörden und Flüchtlingshelfer.
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