Planungstricks senken die Baukosten
Traumhaus mit weniger Geld

(Foto: Fotolia)
 
(Foto: Fredrik von Erichsen)
(dpa/tmn)

Schaffe, schaffe, Häusle baue: Nicht nur im Schwabenland träumen die Menschen von einem eigenen Haus mit Garten. Auch im Rest der Republik wird weiterhin munter gebaut. Dass dies etwas kostet, weiß jeder. Der Hausbau ist natürlich teuer. Aber an der einen oder anderen Stelle lassen sich die Kosten senken - vor allem, wenn man gut plant und flexibel ist.

Grundstück: Lage, Größe, aber auch die Gegebenheiten vor Ort bestimmen den Preis. Ob in der Stadt oder im Dorf bedeutet hier in meisten Fällen: Entweder kleines Grundstück oder schlechtere Lage. Aber: «Bauherren sollten die Entscheidung, wegen eines großen, aber preiswerten Grundstücks aufs Land zu ziehen, gut abwägen», gibt Uta Maria Schmidt von der Verbraucherzentrale zu bedenken. «Die Infrastruktur kann unzureichend und die Fahrt zur Arbeit zu lang und auf Dauer zu kostspielig sein.» Und der Wiederverkaufswert ist im Vergleich zu einem Stadthaus geringer.

«Vor allem beim Bau von Reihen- und Doppelhäusern lassen sich Grundstücke klein halten», erklärt Schmidt. Achten müssen die Bauherren dann auf guten Schallschutz. Besonders günstig sind Erbbaugrundstücke, die Kirchen oder einige Kommunen anbieten.

Vor dem Kauf sollte man das Bodengutachten studieren. «Nicht immer liegt das Grundstück auf einer grünen Wiese und hat Mutterboden, auf dem sich gut bauen und ein Garten anlegen lässt», erklärt Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum. Das erhöht die Kosten. Und was viele Bauherren nicht wissen: Versteckte Kosten können auch im Nachhinein auftreten. «Befindet sich das Grundstück zum Beispiel in Hanglage, kommen Kosten für die Anpassung des Fundaments hinzu sowie eventuell auch für Stützwände und Vorkehrungen zum Ablauf von Wasser.»

Außerdem sollte man klären: Ist das Grundstück erschlossen? Sind also Anschlüsse an die Versorgungsleitungen wie Strom, Wasser und Gas sowie an das Kanalnetz gegeben? Auch das vermeidet Kosten.

Bauweise: Ob Fertighäuser oder konventionelle Häuser preislich günstiger sind, hängt vom individuellen Bauvorhaben ab. Fertighäuser in Leichtbauweise werden meist von einem Hersteller errichtet und schlüsselfertig übergeben. Diese Tatsache spart den Käufern im Vergleich zu massiven Bauvorhaben vor allem Stress.

«Außerdem kann der Fertighaus-Hersteller schon vor Baubeginn einen Festpreis und den Einzugstermin nennen», sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau. Aber Architekt Szubin betont: «Wenn man im Nachhinein Details ändern möchte, entstehen zum Teil erhöhte Zusatzkosten.» Ein Tipp, die Kosten beim Fertighaus zu drücken, ist das Ausbauhaus. «Der Bauherr hat hier die Möglichkeit, einzelne Arbeiten selbst zu erledigen», erklärt Windscheif.

Wer ein Haus in Massivbauweise will, kann mit Hilfe eines Architekten individuelle Bauvorhaben realisieren. «Hier hat man zwischendrin noch die Wahl, sich für eine etwas günstigere Ausstattung zu entscheiden», erklärt Szubin. Und der Architekt hilft zudem bei der Einhaltung des festgelegten Gesamtbudgets.

«Gleichgültig welche Bauweise, Bauherren sollten alle Bauleistungen, Mehrleistungen, Nebenkosten, Sonderwünsche oder geplante Eigenleistungen in einem konkreten Kostenangebot aufstellen lassen und vertraglich vereinbaren», rät Verbraucherberaterin Schmidt. Dies hilft, spätere Enttäuschungen, zusätzliche Kosten oder gar gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Platzbedarf: Eine grobe Vorstellung, wie das Haus aussehen soll, haben die meisten. Aber: «Viele überschätzen sich mit der Größe des neuen Hauses und dem Budget hierfür», sagt Wolfgang Szubin. Er empfiehlt 120 bis 140 Quadratmeter für eine vierköpfige Familie. Eine kleinere Wohnfläche verringert außerdem den Energiebedarf. Wer mehr möchte, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen, rund 1500 Euro pro Quadratmeter und mehr, erläutert Schmidt. Sie rät: Wer platzsparend baut, sollte auf verschenkten Raum durch Flure und Treppenhäuser achten.

«Die Kosten sinken ebenfalls, wenn man klare Grundrisse wählt, im Innern auf massive Wände, in der Fassade auf Vor- und Rücksprünge wie Erker und Nischen verzichtet», erklärt Schmidt. Balkone und Dachterrassen gehen ebenfalls ins Geld.

«Wer anstelle einer Gaube ein Dachflächenfenster plant, erwirtschaftet damit schon fast die Einbauküche», sagt Schmidt. Auch bei der Dachart lässt sich einiges einsparen: So sind Satteldächer oft günstiger als Walmdächer, Betondachsteine preiswerter als Tonziegel.

Keller und Garage: Statt einer Garage reicht manchmal auch ein Carport. Statt Keller genügt manchmal weiterer Stauraum im Haus oder in der Gartenlaube. «Einen Keller wegzulassen, bedeutet weniger Baukosten», sagt Szubin. In bergigen Regionen kann der Einbau eines Kellers nochmals teurer werden. Häuser ohne Keller benötigen allerdings im Erdgeschoss einen kleinen, preislich günstigeren Hausanschlussraum für die Heizungsanlage.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.