Salafisten-Streit
Großeinsatz der Polizei

Bremen. Ein Streit über die Auslegung des Korans unter Salafisten hat einen umfangreichen Polizeieinsatz mit mehr als 200 Polizisten aus fünf Bundesländern in Bremen ausgelöst. Die Beamten durchsuchten am Dienstag Wohnungen und Geschäfte. Zuvor gab es Hinweise, dass zwei Menschen getötet werden sollen. Die Ermittler stellten die Identität von neun Verdächtigen fest, ließen sie aber laufen. Für einen Haftbefehl reichten die Beweise nicht, beschrieb Staatsanwältin Petra Meyer den "Anfangsverdacht".

Nach ersten Ermittlungen sollen beim Streit Ende vergangener Woche zwei Salafisten verletzt worden sein. Die Ermittler hoffen, dass die beschlagnahmten Handys und Computer Erkenntnisse bringen. Bei der Razzia stellten die Beamten zudem Schreckschusswaffen und einen Elektroschocker sicher. Drei Tage vor der Razzia waren bei der Polizei ein anonyme Hinweise eingegangen, wonach die Beschuldigten den Mord geplant hätten.

Unter den Verdächtigen befindet sich auch ein aus der Haft entlassener Salafist, der Mitgründer eines verbotenen Vereins ist. Ein Viertel der Mitglieder habe sich laut Innensenator Ulrich Mäurer der IS-Terrormiliz angeschlossen. Sechs von ihnen wurden in Syrien getötet.
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