SchSchwangerenberatungsstellen helfen werdenden Eltern bei vielen Fragen und Problemen
„Eine ganze Tüte voller Informationen“

Die Schwangerenberatungsstelle des Landratsamtes Neustadt/WN bietet erneut interessante Informationsabende für Eltern an. (Foto: dpa)
(Gabi Raithel)

Ich erwarte mein erstes Kind und habe viele Fragen, um was ich mich alles kümmern soll: Was gibt es außer dem Kindergeld noch für finanzielle Hilfen für Familien? Und was bedeutet eigentlich Elterngeld oder ElterngeldPlus – und was heißt doppelte Monate bei halbem Betrag? Ich fühle mich bei dem Elterngeldantrag überfordert! Habe ich es richtig verstanden, dass…“

Diese und viele ähnliche Fragen sind Alltag in der Schwangerenberatungsstelle, denn die Zeit der Schwangerschaft und rund um die Entbindung ist für werdende Eltern oft eine große Herausforderung. Gerade wenn sie das erste Kind erwarten, ist alles neu.
Zu der Sorge der werdenden Mütter und Väter um das Wohlergehen ihres Kindes entsteht manchmal eine gewisse Unsicherheit, das Richtige zu tun und nichts zu versäumen. Denn schon vor der Entbindung müssen zahlreiche Entscheidungen getroffen werden.

Für einen Großteil der künftigen Eltern findet die erste Kontaktaufnahme mit der Beratungsstelle im Rahmen der Kreißsaalbesichtigung im Klinikum Weiden statt, wo jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat ab 18.30 Uhr ein kostenloser Informationsabend angeboten wird. Dabei steht das Kreißsaal-Team für alle Fragen rund um die Geburt zur Verfügung.

An einen Kurzvortrag schließt sich die Besichtigung der Kreißsäle und der Entbindungsstation an. Danach erfahren die Besucher Wissenswertes über finanzielle und rechtliche Ansprüche vor und nach der Geburt eines Kindes und können sich am Broschüren-Tisch der Beratungsstelle mit vielfältigem und kostenlosem Informationsmaterial eindecken.

Der „Schwangerschaftsplaner“, der Auskunft darüber gibt, in welchem Schwangerschaftsmonat man sich um „was – wann – wo – womit“ kümmern sollte, ist meist schnell vergriffen. Viele der künftigen Eltern vereinbaren daraufhin einen separaten Termin in der Beratungsstelle, um vor Ort mit einer der Beraterinnen umfassend auf die persönlichen Fragen zu der jeweilige Lebenssituation eingehen zu können.

Bei kostenlosen Säuglingspflegekursen, die zweimal im Jahr stattfinden, dreht sich alles um Informationen rund um Babyausstattung und Säuglingspflege sowie darum, ein wenig mehr Sicherheit im Umgang mit dem Baby zu bekommen. Dieses Angebot der Beratungsstelle hat sich seit einigen Jahren etabliert und ist meist frühzeitig ausgebucht.

Frauen können hier alleine oder gemeinsam mit dem Partner die richtigen Handgriffe beim Wickeln, Tragen oder Baden üben und im Austausch mit der Kursleiterin vielfältige Fragen und Tipps rund um die erste Zeit mit dem Kind besprechen.

Generell wird deutlich, dass wieder mehr Babys auf die Welt kommen. Dieser Aufwärtstrend der Geburtenzahlen zeigt sich laut statistischem Bundesamt nicht nur in der höchsten Geburtenrate in Deutschland seit mehr als einem Jahrzehnt, sondern schlägt sich auch vor Ort auf die jährlichen Kontakte der Eltern mit der Beratungsstelle nieder.

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass Paare wieder mehr Lust auf Kinder haben und stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn es Fragen und Unsicherheiten gibt“, so lautet der Tenor der Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle.

Den größten Beratungsbedarf gibt es nach wie vor zum Thema „Elterngeld und Elternzeit“ – besonders nachdem der Gesetzgeber seit Juli 2015 den Eltern die Möglichkeit gegeben hat, zwischen dem Bezug von Basiselterngeld, ElterngeldPlus und dem Partnerschaftsbonus zu wählen oder beides zu kombinieren. Zusätzlich kann die Elternzeit noch flexibler gestaltet werden.

Doch diese Wahlvielfalt schafft nicht nur viele Variationsmöglichkeiten, sondern auch Unsicherheiten bei der Entscheidung. „Wir können den Eltern die Entscheidung nicht abnehmen oder ihnen die Höhe des künftigen Elterngeldes ausrechnen, aber viele Eltern schnaufen erleichtert auf, wenn wir gemeinsam mit ihnen über die Wahlmöglichkeiten und Antragsvoraussetzungen sprechen, die erforderlichen Unterlagen und Formulare klären oder Hilfestellungen beim Ausfüllen des Antrages geben“, ist sich das Team der Beraterinnen einig.

Egal, ob es dann noch um die Weitergabe einer Hebammen-Liste oder um die Adresse der nächstgelegenen Kinderkrippe oder Eltern-Kind-Gruppe geht, ob die Familie sich nach einer finanziellen Unterstützung durch die „Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind“ erkundigt oder wissen will, wer Landeserziehungs- oder Betreuungsgeld bekommt – es gibt immer „eine ganze Tüte voller Informationen“, welche die werdenden Eltern mit nach Hause nehmen können.

Hilfreich ist dabei, dass die Mitarbeiterinnen auf ein großes Netzwerk von Kooperationspartnern in der Region zurückgreifen können, wenn es darum geht, Schwangere, Alleinerziehende und Eltern von Kleinkindern auf verschiedene Kurs- und Beratungsangebote aufmerksam zu machen oder Hilfen aufzeigen zu können, wenn sich das Baby zu einem „Sorgenkind“ entwickeln sollte.

Bereits seit 2011 werden Informationsabende angeboten, die sich zwischenzeitlich zu einer kleinen Vortragsreihe entwickelt haben. „In diesem Jahr werden wir mit Vohenstrauß einen neuen Veranstaltungsort mit ins Programm aufnehmen, um so Eltern aus dem östlichen Landkreis die Möglichkeit eines wohnortnahen Angebotes anbieten zu können. Und wir freuen uns, wenn wieder viele Eltern Interesse an dem kostenlosen Programm haben“, heißt es im Organisationsteam.

Der erste Abend findet am Dienstag, 31. Mai, um 19 Uhr in der Volkshochschule Vohenstrauß statt und dreht sich um „Häufige Krankheitssymptome im Säuglings- und Kleinkindalter“. Am Dienstag, 7. Juni, folgt der nächste Abend rund um das Thema „Kinderschlaf“. Nach der Sommerpause soll die Veranstaltungsreihe mit weiteren Themen fortgeführt werden.

Weitere Informationen im Internet:


www.schwangerenberatung.neustadt.de
www.kreis-tir.de/verwaltung-organisation/fachbereiche/gesundheitsamt/schwangerenberatung
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.