Schwarzkittel bestimmendes Thema bei ARGE Jagdgenossenschaften im BBV
Pflug gegen Wildschweinplage

Etzenricht. (bk) "Das Schwarzwild ist das einzige Problem in den Hegegemeinschaften. Die Population steigt schneller als der Abschuss. Die milden Winter tragen indirekt dazu bei", betonte Alois Lukas in der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband (BBV) für den Kreisverband Neustadt-Weiden. "Miteinander anpacken, dann bekommen wir das Problem in den Griff", gab der Arge-Sprecher als Devise vor rund 140 Teilnehmern im Hermannsaal aus.

Das Bundeskriminalamt genehmige elektronische Nachtzielgeräte (Infrarot) nicht, weil sie dem Waffenrecht unterlägen, erklärte der Schwarzwildbeauftragte der Oberpfalz, Josef Haberkorn. Als leidenschaftlicher Jäger seit 40 Jahren und Landwirt versuche er, beide Seiten zu betreuen. Bauern und ein Großteil der Jäger wünschten Nachtaufheller mit Taschenlampen. Diese bedürften aber einer Änderung des Jagdrechts. Nach Haberkorns Worten lehne der Bayerische Jagdverband (BJV) beide ab, weil bestimmte Waidmänner Missbrauch vermuteten.

"Ich halte nicht viel davon. Das Schwarzwild wird nur noch unsteter. Eher bin ich für eine Strategie, die sich jeder Jäger selbst entwickeln muss. Sie ist entscheidend für den Erfolg." Besser sei es, nach Mais keinen Weizen anzubauen, sondern einfach zu pflügen, riet BBV-Kreisobmann Josef Fütterer. "Wir wollen nicht das Ende des Gemeinschaftsjagdreviers."

Nach Ansicht von Lukas, der für die stets gute Zusammenarbeit mit dem Bauernverband dankte, könne ein verträglicher Wildbestand ohne Abschuss nicht mehr erreicht werden. Der Arge-Sprecher nannte es Unsinn, wenn Mountainbiker mit Stirnlampen oder Spaziergänger mit nicht angeleinten Hunden nachts im Wald unerlaubterweise für Unruhe beim Wild sorgen.

Hildegard Burger von der Unteren Jagdbehörde (UJB) lobte die Jäger: "Die Schwarzwildstrecke im Landkreis ist in der Saison 2013/2014 auf 1258 gestiegen. Die Referentin bat die Gemeinden um die freiwillige Erstellung einer Statistik über Wildschadensfälle und um Meldung an das Landratsamt, um die Höhe der Schadenssumme zu erfahren.

Forstdirektor Gerhard Hösl vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Weiden informierte über das Vegetationsgutachten als Hilfsmittel für die Jagdvorstände und Revierinhaber, damit diese Vorschläge zum Abschussplan machen könnten, die dem Ziel der Waldverjüngung Rechnung trügen. "Dieses Gesetz soll dazu dienen, einen standortgemäßen und möglichst naturnahen Zustand des Waldes unter Berücksichtigung des Grundsatzes 'Wald vor Wild' zu bewahren oder herzustellen", unterstrich Hösl.

Ferner rufe die Arbeitsgruppe Jagd zu freiwilligen Revierbegehungen mit Grundeigentümern auf. Die Initiative soll durch Jagdvorstände mit Revierpächter erfolgen. Auf Wunsch nehmen Forstrevierleiter teil. Als Beitrag zur Versachlichung der Diskussion über Wildverbiss nannte Hösl die Weiserflächen. Der BBV fördere sie mit 145 Euro.

Aufmerksam lauschten die Zuhörer auch den rund einstündigen Ausführungen von Dr. Norbert Sandner vom Veterinäramt über Schweinepest und andere anzeige- oder meldepflichtige Wildkrankheiten. "Zu Panik besteht aufgrund der Vogelgrippe in Norddeutschland und der Schweinepest im Baltikum kein Anlass, lediglich zu Vorsichtsmaßnahmen."
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